Firas Alshater kam vor 3 Jahren aus Syrien - Youtube-Star kämpft mit Berliner Ausländerbehörde

Vor drei Jahren floh der syrische Filmemacher Firas Alshater nach Deutschland, hier wurde er zum Youtube-Star. Seine Videos handeln von Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen - damit baute er sich eine große Fangemeinde auf. Jetzt hat er Stress mit der Berliner Ausländerbehörde. Von Mark Allhoff

Mit den Videos auf seinem Youtube-Kanal "Zukar" will der Syrer Firas Alshater Vorurteile gegenüber Flüchtlingen abbauen - jetzt musste er Bekanntschaft mit einem Vorurteil über Deutsche machen: Dass es hierzulande sehr bürokratisch zugeht. In seinem Fall bestätigte sich dieses offensichtlich auch.

Da die dreijährige Aufenthaltserlaubnis des in Berlin lebenden Syrers Anfang November offiziell auslief, hatte er bei der Berliner Ausländerbehörde bereits im August einen Antrag auf Verlängerung bzw. die Ausstellung einer unbefristeten Niederlassungserlaubnis gestellt. Da diese jedoch auf sich warten ließ, richtete er sich schließlich persönlich an die Behörde. Was er dort erlebte, erzählt Alshater in einem Video auf seiner Facebook-Seite, das bereits mehrere hundert Mal geteilt wurde.

 

Alshater darf nicht ausreisen

Laut deutschem Aufenthaltsgesetz (AufenthG), § 26 Absatz 3, bekommen anerkannte Flüchtlinge eine unbefristete Niederlassungserlaubnis nach drei Jahren automatisch, wenn Bedingungen wie Spracherwerb oder geregeltes Einkommen erfüllt sind. Dinge, die Alshater als Student, Autor und Filmemacher durchaus erfüllt. In seinem Fall lief es jedoch anders.

Da Alshater im Internet keinen freien Termin mehr bekommen hatte, forderte die Behörde ihn telefonisch auf, morgens um vier Uhr vor Ort eine Nummer zu ziehen. Dort kam er wegen des hohen Menschenaufkommens nicht mehr an die Reihe. "Es gibt dort für verschiedene Länder eine Stelle", sagt Alshater im Gespräch mit rbb|24. "Bei derjenigen für Syrien, Afghanistan und weiterer Flüchtlingsländer werden die Leute wie Menschen zweiter Klasse behandelt."

Da er die Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis so nicht mehr rechtzeitig bekommen hat, sei er jetzt "illegal in Deutschland", wie es in dem Video heißt. "Ich habe zur Zeit keinen Pass, also darf ich nicht ausreisen", erklärt Alshater. Dabei müsse er beruflich nach London und Brüssel - das würde ihm nun verwehrt, da er keinen gültigen Pass besitze.

Bis zu acht Wochen Wartezeit

Angesprochen auf die Tatsache, dass er bereits im August einen Antrag stellte, habe die Behörde ihm mitgeteilt, dass seine Unterlagen abhanden gekommen seien und er sie nun neu einreichen müsse. "Das ist wirklich ärgerlich. Ich habe mich korrekt verhalten und die verschlampen meine Unterlagen", so Alshater.

Auch wenn er bereits einen neuen Antrag mit neuen Unterlagen eingereicht hat - habe ihm die Behörde jegliche Hoffnung genommen, dass ihm seine unbefristete Niederlassungserlaubnis schnell ausgestellt wird. Die Bearbeitungszeit könne bis zu acht Wochen in Anspruch nehmen.

Die Berliner Ausländerbehörde war für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen.

Beitrag von Mark Allhoff

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