Flüchtlingskinder lernen in einer Willkommensklasse. (dpa/Ralf Hirschberger)

Studie sieht Defizite bei Berliner Flüchlingsklassen - Willkommen im Klassenchaos

Kein fester Lehrplan, keine klaren Ziele - mit den sogenannten Willkommensklassen für Flüchtlinge in Berlin steht es offenbar nicht zum Besten. In einer Studie bemängeln Forscher vor allem Organisationswirrwarr - und empfehlen eine andere Lösung.

Der Unterricht für Flüchtlinge in Berliner "Willkommensklassen" weist einer Studie zufolge erhebliche organisatorische Mängel auf. "Die Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher wird bisher kurzfristig und kurzsichtig organisiert", bilanzierte ein Forscherteam am Montag.

Wissenschaftler des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung hatten in Berlin 18 "Willkommensklassen" untersucht - dazu Grundschulen, an denen die Migranten integrativ am Regelunterricht teilnehmen. Erste Forschungsergebnisse publizierten sie am Montag im "Mediendienst Integration".

Demnach gibt es für die "Willkommensklassen" kein Curriculum, so dass die Unterrichtsinhalte von Grundschule zu Grundschule und teils von Klasse zu Klasse variieren. Es gebe auch keine Vorgaben, welche Kompetenzen die Kinder vorweisen müssten, um in die Regelklassen überzugehen.

Besser läuft es ohne Willkommensklassen

Die Untersuchung zeige, heißt es beim "Mediendienst Integration" auch, dass Schulen, die neu zugewanderte Kinder in bestehende Klassen integrierten, mit deutlich weniger organisatorischen Problemen zu kämpfen hätten. Auch könne so einer möglichen Stigmatisierung vorgebeugt werden.

Fast alle befragten Lehrkräfte, so die Studie, schätzten sich selbst als hochmotiviert, empathisch und engagiert ein. Jedoch beklage die Mehrheit einen Mangel an personeller Unterstützung.

Derzeit gibt es rund 1.000 sogenannte Willkommensklassen an Schulen der Bundeshauptstadt. Weitere Teile der Studie sollen am Dienstag in Berlin vorgestellt werden.

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