Ein Baum wird gefällt (Quelle: Tobias Hase/dpa)

Bau einer Flüchtlingsunterkunft - Ab Montag werden in Lankwitz Bäume gefällt

Seit Monaten gibt es Streit in Berlin-Lankwitz: An der Leonorenstraße soll eine modulare Flüchtlingsunterkunft errichtet werden, und dafür müssen 100 Jahre alte Bäume weichen. Dagegen laufen viele Anwohner Sturm. Doch jetzt ist klar: Es wird gebaut.

In Berlin-Lankwitz beginnen am Montag die Bauarbeiten für eine modulare Flüchtlingsunterkunft. Das gab die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Freitag bekannt. In der Unterkunft auf dem Grundstück in der Leonorenstraße sollen 450 Flüchtlinge untergebracht werden.

Um das Projekt gibt es im Stadtteil seit Monaten eine heftige Debatte, denn zur Errichtung der Flüchtlingsunterkunft sollen auf dem Grundstück 44 alte Bäume gefällt werden. Sie sind Teil eines Parks, der von dem Mediziner James Fraenkel angelegt wurde. Eigentümer des Geländes ist das Unternehmen Vivantes, das dort ein Pflegeheim betreibt. Einen Teil des Grundstückes hat Vivantes nun dem Senat für die Errichtung einer mobilen Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung gestellt.

Aufregung in der BVV

Bei der Sitzung der Bezirksverordneten Steglitz-Zehlendorf wurde am Mittwoch erneut Kritik an dem Projekt laut. Das Thema wurde auf Antrag von CDU und AfD auf die Tagesordnung gesetzt. Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) erklärte, der Bezirk habe die Fällung genehmigt, um die Planung über das Projekt zu behalten. Dem Bezirksamt sei mündlich signalisiert worden, dass der Senat sonst die Planungen an sich gezogen hätte. Dann hätte der Bezirk überhaupt keinen Einfluss mehr auf das Projekt gehabt, erklärte Schellenberg in der BVV.

Senat: Einwände wurden berücksichtigt

Die Senatsverwaltung erklärt am Freitag in ihrer Ankündigung, die Einwände der Bürgerinnen und Bürger seien insofern berücksichtigt worden, als der in Teilen parkartige Charakter des Grundstücks trotz der Baumfällungen erhalten bleibe. Auch die Anordnung der Freiflächen nehme Rücksicht auf die Nachbarbebauung.

Die Senatsverwaltung warb um Verständnis bei der Bevölkerung: Immer noch seien etwa 13.000 Geflüchtete in Notunterkünften untergebracht. Deshalb müssten nach wie vor dringend menschenwürdige Gemeinschaftsunterkünfte errichtet werden.

Die Unterkunft in Lankwitz sei die neunte, die in Berlin errichtet werde. Sie soll im Januar 2018 bezugsfertig sein.

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