Mit Flüchtlingen belegte Turnhalle in Berlin (Quelle Archivbild: dpa/Kay Nietfeld)
Video: Abendschau | 17.02.2017 | Heike Bettermann

Monatelange Flüchtlingsunterbringung - Senat will Vereine für belegte Sporthallen entschädigen

Viele Monate waren fast 60 Berliner Turnhallen mit Flüchtlingen belegt und so für Vereinsmitglieder nicht nutzbar. Weil es dadurch zu Austritten gekommen sei und man die Vereine vor einer Insolvenz schützen wolle, will der Senat die Vereine jetzt entschädigen.

Der Berliner Senat will Sportvereine entschädigen, die durch die Flüchtlingsunterbringung in Turnhallen Mitglieder verloren haben.

Man wolle vermeiden, dass Vereine womöglich Insolvenz anmelden müssten, sagte Sportsenator Andreas Geisel (SPD) am Freitag im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses.

Der Landessportbund hatte sich in den vergangenen Monaten immer wieder über die Belegung der Hallen und die anschließend nötige Sanierung beschwert. Erst im November beklagte der Präsident des Landessportbundes, Klaus Böger, dass es ein Fehler gewesen sei, Sporthallen mit Flüchtlingen zu belegen. In Hamburg sei keine einzige in Anspruch genommen worden. "Ich könnte platzen", hatte der Sportfunktionär erzürnt ausgerufen.

Insolvenzen sollen vermieden werden

Die Entschädigungen sollen aus dem Rest eines Schul- und Vereinsetats aus dem vergangenen Jahr finanziert werden. Dieser Fonds in Höhe von einer Million Euro ist Geisel zufolge bisher kaum genutzt worden. Er gibt Vereinen die Möglichkeit, Geld für Ausweichräume zu beantragen, wenn sie ihr Sportprogramm wegen belegter Hallen einschränken mussten.

"Jetzt ist das Geld da und wir überlegen, ob wir die Rahmenbedingungen der Inanspruchnahme des Fonds so verändern können, dass die Sportvereine eine Entschädigung bekommen. Denn es gibt jetzt bei vielen Sportvereinen, wo man die Hallen ein Jahr nicht nutzen konnte, Austritte", sagte Andreas Geisel. Denn die Menschen hätten schließlich Beiträge gezahlt und keinen Sport treiben können, so Geisel weiter

Lange waren die Turnhallen mit Geflüchteten belegt

Im vergangenen Juni lebten noch gut 7.000 Geflüchtete in 57 Berliner Turnhallen. Am 10. Februar 2017 wurden noch zwölf Sporthallen als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Es gebe derzeit eine hohe Dynamik beim Auszug, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales vergangenen Freitag.  

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