Notquartier für Flüchtlinge in Doberlug (Quelle: imago / Christian Mang)

Flüchtlinge | Leichtbauhallen, Low-Cost-Häuser, Holzmodule - Kommunen setzen auf neue Konzepte bei Unterkünften

Täglich kommen bis zu 250 Flüchtlinge nach Brandenburg. Um sie nicht flächendeckend in Turnhallen oder Zelten unterzubringen, setzen die Kommunen auf unterschiedliche Konzepte: Potsdam ordert Leichtbauhallen, Brück setzt auf Low-Cost-Häuser und in Neuruppin kommt eine Holzbaufirma mit einer neuen Idee um die Ecke.

Hunderte Flüchtlingen kommen tagtäglich nach Brandenburg. Viele Brandenburger Landkreise und kreisfreie Städte sind davon überfordert. Täglich müssen laut Innenministerium bis zu 250 neue Asylbewerber vom Land aufgenommen werden. Die stellvertretende Chefin des Brandenburger Städte- und Gemeindebundes, Monika Gordes, sagte, die Situation werde kritischer und kritischer. Daher könnten keine Unterbringungsmöglichkeiten mehr ausgeschlossen werden. Sämtlich verfügbare Einrichtungen zwischen Elbe und Oder seien fast alle belegt, erklärte sie. Um nicht flächendeckend auf Turnhallen und Zeltstädte zurückgreifen zu müssen, seien Alternativen gefragt.

Erste Traglufthallen in Potsdam

Potsdam Stadtsprecher Jan Brunzlow sagte: "Wir haben nur noch eine alte Turnhalle in Groß Glienicke als absolute Notfallreserve". In diesem Jahr müsse die Landeshauptstadt aber noch 800 Asylbewerber aufnehmen. Deshalb hätte Potsdam acht Leichtbauhallen für 180.000 Euro pro das Stück angeschafft. Die erste Traglufthalle solle demnächst aufgestellt werden. Bis zu 48 Menschen können hier untergebracht werden. Die notwendigen Grundstücke stehen parat.

Die Stadt Potsdam sei durch Vermittlung des Landes auf diese Hallen gestoßen. "Wir hatten es selbst bei verschiedenen Containerherstellern ohne Erfolg versucht", berichtete Brunzlow. Von Lieferzeiten von mindestens einem halben Jahr sei die Rede gewesen.

Neuruppiner Holzbaufirma drängt auf den Markt

Auch in Ostprignitz-Ruppin ist die Rede davon, dass die Kapazitäten erschöpft sind. Die Kreissprecherin Britta Avantario sagte, man versuche jedoch, die Flüchtlinge möglichst nicht in Turnhallen und Zelten unterzubringen. Dennoch würden dringend Alternativen benötigt.

Eine Neuruppiner Holzbaufirma versucht jetzt einen Vorstoß und bietet modulare Holzcontainer mit winterfester Dämmung an. "Flexi Homes" hat Firmenchef Martin Opitz sein System genannt. Diese Module könnten zu einem festen Hausverbund zusammengestellt werden und das auch für längere Zeit. Ein Segment für drei bis vier Menschen würde rund 11.000 Euro kosten. Die "Flexi Homes" seien innerhalb kürzester Zeit bezugsfertig, sagte Opitz.

Brück behilft sich mit Low-Cost-Häusern

In Brück hat eine bayrische Firma im Auftrag des Landkreises Potsdam-Mittelmark 60 sogenannte Low-Cost-Häuser errichtet. Ein rund 33-Quadratmeter-Haus kostet rund 15.000 Euro und bietet für bis zu sechs Menschen Platz. 29 Häuser seien bislang belegt worden. Der Rest soll bis Donnerstag abgenommen werden.

Die ersten Eindrücke mit diesen Häusern seien sehr positiv. Kreissprecherin Andrea Metzler sagte, diese Häuser seien in zwei, drei Stunden aufgestellt. Allerdings müssten noch Energie- und Abwasseranschlüsse gelegt werden. Außerdem sei noch nicht klar, ob diese Häuschen im Winter ordentlich warmhalten würden.

Land überlässt Landkreis Havelland Grundstück

Das Land Brandenburg wiederum hat dem Landkreis Havelland ein Grundstück in Schönwalde-Glien zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Es muss keine Miete gezahlt werden, wenn der Landkreis das rund 13.500 Quadratmeter Areal zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzt, wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte. Das unbebaute Grundstück ist Teil eines früher von den sowjetischen Streitkräften genutzten Areals.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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