Helfer verteilen Babynahrung und andere Kleinkindprodukte an Flüchtlinge, die am 18.09.2015 am Bahnhof in Schönefeld (Brandenburg) mit einem Sonderzug aus dem Bayerischen Freilassing angekommen sind (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg Aktuell | 07.10.2015 | Ismahan Alboga

Neues Potsdamer Internetportal zur Flüchtlingshilfe gestartet - "HelpTo" soll Helfer und Flüchtlinge verbinden

Auch in Brandenburg würden viele Menschen gern Flüchtlingen helfen, wissen aber nicht wie. Die Behörden sollen vermitteln, sind aber oft überlastet. Nun bringt ein neues Internetportal die verschiedenen Seiten zusammen. Damit das Projekt richtig ins Laufen kommt, werden jetzt erst einmal konkrete Angebote gesammelt.

Ein neues Online-Portal zur Flüchtlingshilfe ist am Mittwoch an den Start gegangen. Initiator der Seite "HelpTo" ist der Verein "Neues Potsdamer Toleranzedikt", der die Plattform gemeinsam mit Partnern geschaffen hat.

Ziel ist es, Helfer, Behörden und Flüchtlinge unkompliziert zusammenzubringen. Angebote wie Sachspenden, Fahrdienste, Beratungen und Freizeitangebote sollen dort eingestellt werden können. "Das Portal richtet sich an Helfer, an Flüchtlinge, an Organisationen und Initiativen, die in dem Bereich arbeiten - aber auch an Kommunen und Unternehmen, die sich einbringen wollen", sagte Daniel Wetzel, Schatzmeister des Vereins, dem rbb.

Auf Anfeindungen eingestellt

Mit Blick auf mögliche Anfeindungen durch Rechtsextreme haben die Entwickler "HelpTo" so gestaltet, dass es mit wenigen Nutzerdaten auskommt. "Man muss nicht mit seinem Klarnamen agieren", erklärt Daniel Wetzel. Erst bei der konkreten Kontaktaufnahme tausche man mit dem Gegenüber so viele Informationen aus, wie man wolle. "Man muss keine Daten angeben, die man nicht angeben möchte."

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs zeigte sich von dem Portal überzeugt. "Die Organisation immer nur über die Verwaltung laufen zu lassen, bindet ja unheimlich Kraft", sagte er dem rbb. "Ich denke, das wird ein großer Erfolg werden."

Angebot soll bundesweit nutzbar sein

"Jetzt geht es darum, dass viele mitmachen - Kommunen, Initiativen und die Flüchtlinge selbst", betonte Bildungsminister Günter Baaske (SPD). Um den Flüchtlingen die Teilnahme zu ermöglichen, sind die meisten Informationen auf dem Portal auch in Englisch verfügbar.

Zunächst waren am Mittwoch auf dem Portal nur Angebote für Potsdam verfügbar, es soll nun aber stetig wachsen. In dieser Woche können sich Interessierte mit Angabe ihrer Stadt zunächst registrieren. Wenn genügend Teilnehmer beisammen sind, soll die Seite in der kommenden Woche mit allen Funktionen freigeschaltet werden. Das Portal kann dann auch bundesweit von Initiativen genutzt werden.

Mit Informationen von Stefanie Brockhausen

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