Die Feuerwehr löscht einen Brand im Keller eines geplanten Asylbewerberheims in Spremberg (Brandenburg, Spree-Neiße) am frühen Morgen des 02.11.2015 (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 02.11.2015 | Phillip Manske | Studiogespräch Innenminister Schröter

Brand in geplanter Flüchtlingsunterkunft - Schröter geht von Brandstiftung in Spremberg aus

Nach dem Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Spremberg (Spree-Neiße) suchen die Ermittler jetzt nach der genauen Brandursache. Für Brandenburgs Innenminister Schröter deutet aber schon jetzt einiges auf Brandstiftung hin, denn ein technischer Defekt sei bislang nicht gefunden worden.

Nach dem Feuer in einem geplanten Asylbewerberheim in Spremberg (Spree-Neiße) geht Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) von Brandstiftung aus. Wie er am Abend in der rbb-Nachrichtensendung "Brandenburg aktuell" erklärte, hätten die Ermittler bislang keinerlei technische Defekte gefunden. "Es deutet also einiges darauf hin, dass es sich um eine Brandstiftung handelt", sagte Schröter. Er ergänzte: "Und sollte es eine sein, so wäre es sehr verwunderlich, wenn kein rechtsextremistischer Hintergrund bestehen würde."

In der leerstehenden Schule im Spremberger Ortsteil Trattendorf hatte es am Montagmorgen gebrannt. Nach Angaben der Feuerwehr brach das Feuer im Keller des Gebäudes aus. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und Spuren an der Schule gesichert. Hinweise erhofft sich die Polizei auch von Anwohnern. Ermittler würden sie befragen, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte.

Schule soll 180 Menschen beherbergen

Das ehemalige Gymnasium wird momentan zu einer Unterkunft für etwa 180 Flüchtlinge umgebaut und sollte Anfang des Jahres bezogen werden. Ein Wachschutz sicherte das Gebäude seit Oktober und hatte auch den Brand bemerkt.

Als die Einsatzkräfte gegen vier Uhr vor Ort waren, hatte sich das Feuer im Keller sowie in den Kabelschächten bis in das zweite Obergeschoss ausgebreitet, sagte ein Sprecher der Leitstelle Cottbus rbb online. Etwa 30 Einsatzkräfte waren vor Ort. Verletzt wurde niemand.

Landkreis will Gebäude weiterhin für Flüchtlinge nutzen

Der Landkreis Spree-Neiße halte weiter am Ausbau des ehemaligen Gymnasiumgebäudes als Gemeinschaftsunterkunft zum Zwecke der Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen fest, hieß es in einer Mitteilung. Verzögerungen im Zeit- und Bauplan seien derzeit nicht benennbar. Landrat Harald Altekrüger (CDU) dankte den Einsatzkräften der Feuerwehr.

Zuletzt hatte es im August in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Brandenburg gebrannt. Damals hatten Unbekannte eine Halle in Nauen (Havelland) angezündet, die ebenfalls für Flüchtlinge umgebaut wurde. Die Täter sind bisher noch nicht gefasst. Das Land hat eine Belohnung in Höhe von 20.000 Euro ausgesetzt.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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