Aus Ungarn über München kommen am 07.09.2015 syrische Flüchtlinge mit einem Zug in der Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt (Brandenburg) an. (Quelle: dpa)

Bilanz für 2015 - Neuer Rekord: 47.000 Flüchtlinge kamen nach Brandenburg

Im vergangenen Jahr kamen 47.000 Flüchtlinge nach Brandenburg, mehr als die Hälfte von ihnen blieb im Land. Das teilte Innenstaatssekretär Matthias Kahl am Samstag in Potsdam mit. Die größte Gruppe unter ihnen waren Syrer, gefolgt von Afghanen und Albanern. Für 2016 geht Brandenburg von ähnlich hohen Flüchtlingszahlen aus. 

Rund 47.000 Flüchtlinge sind im Jahr 2015 in Brandenburg angekommen. Davon seien mehr als 28.000 im Land geblieben, teilte Innenstaatssekretär Matthias Kahl (SPD) in einer Jahresbilanz am Samstag in Potsdam mit. Das waren mehr als viermal so viele Menschen wie im Jahr 2014, als rund 6.300 aufgenommen wurden.

Mit knapp 13.700 Neuankömmlingen waren die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien vergangenes Jahr die größte Gruppe, gefolgt von Afghanen (4.572) und Albanern (2.216). "Es war eine Riesenherausforderung, all die Menschen zu versorgen und unterzubringen", stellte Kahl fest. Der Erfolg sei auch den Hunderten haupt- und ehrenamtlichen Helfern sowie vor allem den Kommunen zu verdanken.

Über die Belastungsgrenzen hinausgegangen

Bei der Flüchtlingsversorgung seien das Land und die Kommunen teilweise über die Belastungsgrenzen hinausgegangen. "Trotzdem haben wir es gemeinsam geschafft, chaotische Zustände zu verhindern", meint Kahl. Dafür wurden 2015 auch die Plätze in den Erstaufnahmestellen deutlich ausgebaut: von 2.000 auf rund 5.500.

Noch im Januar sollen die ersten Flüchtlinge in die neue Außenstelle Wünsdorf (Teltow-Fläming) ziehen, die weitere 955 Plätze bereithält. Im Laufe des Jahres soll die Kapazität der Erstaufnahmen auf insgesamt 10.000 Plätze gesteigert werden.

Brandenburg will konsequenter abschieben

Die Landesregierung geht laut Kahl davon aus, dass in diesem Jahr noch einmal bis zu 40.000 Menschen nach Brandenburg kommen. Es seien deshalb weiterhin große Anstrengungen nötig, um die Menschen unterzubringen.

Gleichzeitig müssten die Behörden aber auch alle Mittel nutzen, um ausreisepflichtige Ausländer zur Rückkehr in ihre Heimatländer zu bewegen. Dabei stehe die Beratung zur freiwilligen Ausreise im Vordergrund. "Aber wir werden auch konsequent abschieben", kündigte der Staatssekretär an.

Zahlen und Fakten

  • Zahlen - Wie viele Flüchtlinge kommen?

  • Ankunft - Wie funktioniert die Aufnahme der Flüchtlinge?

  • Andrang - Wie viele Flüchtlinge kommen pro Tag in die Erstaufnahme?

  • Status quo - Wie viele Flüchtlinge sind offiziell registriert?

  • Verteilung - Wie werden die Flüchtlinge auf Bezirke und Landkreise verteilt?

  • Wohnen - Wer muss dafür sorgen, dass Unterkünfte zur Verfügung stehen?

  • Unterkunft - Wo werden die Flüchtlinge untergebracht?

  • Unterbringung - Wer zahlt?

  • Wohnort - Welchen Einfluss hat ein Asylbewerber darauf?

  • Ausblick - Gibt es genügend Unterkünfte?

  • Unterkünfte - Wann dürfen Sporthallen ungewidmet werden?

  • Jobs - Dürfen Flüchtlinge arbeiten?

  • Geld - Wieviel bekommt ein Flüchtling im Monat?

  • Geldquelle - Wie bekommen Asylbewerber ihr Geld?

  • Smartphone - Haben sie einen Anspruch darauf?

  • Krankheit - Sind Asylbewerber versichert?

  • Kita - Flüchtlingskinder Anspruch auf einen Platz?

  • Organisation - Wie werden die Kinder auf die Kitas verteilt?

  • Schulen - Gibt es genug Lehrer für die Flüchtlingskinder?

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