Das Rathaus der brandenburgischen Stadt Nauen (Havelland), aufgenommen am 11.03.2011 (Quelle: dpa).

Anonyme Rechtsextreme rufen zu "absolutem Widerstand" auf - Nauener finden Bombenbauanleitungen in ihren Briefkästen

Es gebe eine "Invasion der Ausländer" in Deutschland, und dagegen solle man nun mit selbstgebauten Bomben "absoluten Widerstand leisten" - mindestens acht Nauener fanden am Samstag unabhängig voneinander in ihren Briefkästen Zettel mit rechtsextremer Hetze und Bombenbauanleitungen. Jetzt ermittelt die Polizei.

In Nauener Briefkästen (Havelland) sind am Samstagvormittag Zettel mit rechtsextremen Hetzparolen und den Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen aufgetaucht. Anonyme Täter hätten die Blätter willkürlich in mindestens acht Kästen gesteckt, sagte ein Polizeisprecher am Samstag rbb online. Es könne sein, dass sich die Zahl noch erhöhe und sich weitere Bürger meldeten.

Die Verfasser rufen auf den Blättern zu "absolutem Widerstand" gegen den angeblichen "gewollten Bevölkerungsaustausch" auf, es gebe eine "Invasion der Ausländer" in Deutschland. Auf die Rückseite sind die Anleitungen für den Bau von Molotow-Cocktails, Explosionskörpern und Sprengstoff gedruckt, offensichtlich aus dem Internet heruntergeladen. Die Polizei ermittelt nun wegen Volksverhetzung, es könnten aber weitere Tatbestände hinzukommen, sagte der Sprecher.

Neueste in einer Reihe rechtsextremer Taten in Nauen

Nauen steht seit Monaten wegen rechtsextremer Attacken in den Schlagzeilen. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht des Landes taucht die Stadt auf - mit den freien Kräften Neuruppin-Osthavelland. Die Gruppe bestehe aus zehn Rechtsextremisten, heißt es dort, sie organisiere zum Teil mit hohem Aufwand eigene Demonstrationen und arbeite mit der NPD zusammen.

Im vergangenen August wurde eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge von Unbekannten angezündet und brannte völlig ab. Das Wahlkreisbüro der Linken wurde alleine im ersten Halbjahr 2015 fünfmal angegriffen, Täter beschmierten die Wände und versuchten mit Hämmern Fenster und Türen einzuschlagen.

Die Linken-Landtagsabgeordnete Andrea Johlige schrieb nach dem Fund der Handzettel am Samstag auf ihrer Facebook-Seite: "Es ist mittlerweile klar: Diese Menschen schrecken vor nichts zurück. Passt auf euch auf und lasst uns weiter gemeinsam dafür kämpfen, dass dieser braune Mob gestoppt wird."

Mit Informationen von Alex Krämer

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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