Wilhelm Bachmayer, ehemaliger Leiter der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 08.02.2016 | Ismahan Alboga

Nach Vorwürfen gegen DRK-Mitarbeiter - Leiter der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt gibt Posten auf

Seit Tagen kursieren Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in der Erstaufnahme-Einrichtung in Eisenhüttenstadt: Sie sollen Berichten über sexuelle Übergriffe zunächst nicht konsequent genug nachgegangen sein. Nun räumt der Leiter seinen Posten - nach gerade mal einer Woche im Amt.

Der Leiter der Erstaufnahme-Einrichtung in Eisenhüttenstadt, Wilhelm Bachmayer, ist zurückgetreten. Das bestätigte der Präsident des zuständigen DRK-Landesverbands, Frank-Walter Hülsenbeck, am Montag im rbb. Er begrüße, dass Bachmayer seinen Posten niedergelegt habe. Damit könne nun die Aufklärung der Vorwürfe beginnen, sagte er.

Bachmayer zieht damit offenbar die Konsequenzen aus den Vorwürfen gegen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in der Erstaufnahme-Einrichtung. Sie sollen Berichten über sexuelle Übergriffe zunächst nicht konsequent genug nachgegangen sein.

Bachmayer hatte erst zum 1. Februar 2016 die Leitung der Erstaufnahmeeinrichtungen in Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt übernommen. Zuvor war er einer von zwei Einsatzleitern der Notunterkunft.

DRK setzt Krisenteam ein

Der DRK-Landesverband Brandenburg erklärte in einer Mitteilung vom Montag außerdem, dass er ein Krisenteam einsetzen werde, dem neben einem DRK-Mitarbeiter aus dem Bundesverband auch ein Justitiar angehören soll.

Verbandspräsident Hülsenbeck hatte am Freitagabend Verständnis für die Kritik an seinem Haus geäußert und "rückhaltlose" Aufklärung angekündigt. 

Zusammenarbeit mit DRK soll geprüft werden

Mitarbeiter sollen in zwei Fällen, bei denen es um Vorwürfe wegen Übergriffen und einer mutmaßlichen Vergewaltigung geht, spät reagiert haben. Ein Übersetzer, gegen den wegen mutmaßlicher Übergriffe insgesamt zehn Anzeigen vorliegen, hatte zunächst ein Hausverbot erhalten und war erst später suspendiert worden. In einem anderen Fall hatte eine Kenianerin gesagt, sie sei Anfang Januar von zwei Mitbewohnern vergewaltigt worden. DRK-Mitarbeiter hätten ihre Hinweise zunächst jedoch nicht ernst genommen. Erst später hätten ihr andere Mitarbeiter des DRK bei einer Anzeige geholfen.

Der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde, Frank Nürnberger, hatte zudem angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Betreiber DRK gründlich zu prüfen.

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