Kleidngsstücke hängen in einer Turnhalle als Flüchtlingsunterkunft auf einer Trennwand (Quelle: dpa)

Flüchtling kritisierten enge Unterkunft - Schlägerei nach Ende des Hungerstreiks in Schwedt

In einer Flüchtlingsunterkunft in Schwedt ist es am Dienstag zu Ausschreitungen gekommen. Es gab zwei Schlägereien, ein Mann musste im Krankenhaus behandelt werden. Nur kurz zuvor hatte es in der Unterkunft einen Hungerstreik gegeben. Ein Kritikpunkt: fehlende Privatsphäre in der Notunterkunft.

In einer Flüchtlingsunterkunft in Schwedt ist es am Dienstag nach rbb-Informationen zu zwei Schlägereien gekommen. Demnach ging in der Turnhalle zunächst ein 23-Jähriger auf zwei andere Männer los. Ein Wachmann soll verhindert haben, dass auch eine Sozialarbeiterin verletzt wurde, hieß es von der Polizei. Der Schläger wurde festgenommen.
 

Hälfte der Bewohner im Hungerstreik

Am Abend griff dann ein 22-Jähriger einen anderen Flüchtling so massiv an, dass dieser ambulant im Krankenhaus behandelt werden musste. Als der Angegriffene zurückkehrte, habe derselbe Täter erneut Streit begonnen. Als er daraufhin in Gewahrsam genommen wurde, randalierte er.

Kurz vorher war in der Schwedter Unterkunft ein Hungerstreik beendet worden. Mehr als die Hälfte der rund 150 Bewohner der Turnhalle hatte sich am Ende an dem Protest beteiligt. Als Grund nannten sie unter anderem Unzufriedenheit mit der engen Situation in der Unterkunft, hieß es vom Integrationsbeauftragten des Landkreises Uckermark. Der Mangel an Ruhe und Privatsphäre schüre Konflikte, hieß es.

Auch die Dauer der Asylverfahren sowie Unzufriedenheit mit dem Essen soll zum Unmut beigetragen haben.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren

Ariana aus Syrien geht am 30.07.2014 mit einem Verwandten über den Hof in einem Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf (Quelle: dpa)

Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf - Heimbetreiber PeWoBe vor dem Rausschmiss

Der Verein "Hellersdorf hilft" spricht von skandalösen Zuständen im Flüchtlingsheim in der Maxie-Wander-Straße. Der Bezirk fordert die Ablösung des Heimbetreibers, dieser weist alle Vorwürfe als haltlos zurück: Mittlerweile wurden die Qualitätsprüfer vom LaGeSo auf den Plan gerufen, der Senat steht unter Zugzwang. Von Thomas Rautenberg

Rund 20 alleinreisende Flüchtlinge campieren am 27.07.16 vor dem ICC, weil sie statt in Notunterkünften in regulären Heimen untergebracht werden wollen. (Quelle: rbb/Robin Avram)

Bezirk will Camp nicht dulden - Geflüchtete protestieren weiter vor dem ICC

Seit einer Woche campieren Geflüchtete vor dem ICC, weil sie nicht länger in Notunterkünften untergebracht werden wollen. Für Familien hat das Lageso inzwischen eine bessere Unterbringung gefunden - aber für die rund 20 alleinreisenden Männer gebe es keine andere Option. Der Bezirk will weitere Übernachtungen nicht dulden. Von Robin Avram