Ein Lehrer unterrichtet Flüchtlingskinder (Quelle: dpa)

Fortbildung an der Uni Potsdam geplant - Brandenburg bindet syrische Lehrer ein

Hunderte Lehrer an Brandenburger Schulen fehlen, um die mittlerweile fast 4.000 Flüchtlingskinder zu unterrichten. Auf der Suche nach Personal beschreitet die Uni Potsdam jetzt einen neuen Weg: Sie sucht unter den Geflüchteten Lehrer.

Lehrer, die aus Syrien und anderen Krisengebieten nach Deutschland geflüchtet sind, können sich bald an der Universität Potsdam für den Einsatz an deutschen Schulen qualifizieren.

Nach Angaben einer Hochschulsprecherin ist das Programm des Bereichs Bildungswissenschaften bundesweit einzigartig: "Zunächst erhalten die Teilnehmenden einen intensiven Deutschkurs am Sprachenzentrum der Universität. Ab dem Herbst beginnt dann ein Kurs, in dem die Lehrkräfte das deutsche Schulsystem kennenlernen und an Schulen hospitieren können."

Noch bis zum 15. März nehme die Universität hierfür Bewerbungen von Lehrerinnen und Lehrern entgegen [Informationen der Uni Potsdam].

"An die Lehrkräfte bisher nicht gedacht"

Die Potsdamer Bildungswissenschaftlerin Miriam Vock erläuterte, es sei bekannt, dass Schulpersonal wegen der geflüchteten Kinder fehle. "An die berufserfahrenen Lehrkräfte unter den Geflüchteten aus Syrien und anderen Ländern wurde dabei bisher jedoch noch nicht gedacht. Dabei könnten gerade sie gute Brückenbauer in Schulen sein, indem sie sprachlich und kulturell zwischen den neuen Schülern sowie deren Eltern und den deutschen Schulen vermitteln."

Der Vizepräsident für Lehre und Studium der Universität Potsdam, Andreas Musil, ergänzte, dass auch deutsche Lehramtsstudierende an den Kursen teilnehmen und mit den Lehrkräften Tandems bilden sollten, "um sich im gegenseitigen Austausch über die Schulsysteme in den Herkunftsländern der Geflüchteten zu informieren, was für ihre spätere Arbeit an Schulen mit geflüchteten Kindern hilfreich sein wird".

Hunderte Lehrer gesucht

Die Zahl der Flüchtlingskinder, die an Brandenburger Schulen unterrichtet werden - in Förderkursen oder im Regelunterricht - ist seit letztem Herbst deutlich gestiegen. Während Anfang Oktober 2015 noch etwa 3.200 Kinder aus Flüchtlingsfamilien unterrichtet worden, waren es Anfang Februar 2016 knapp 4.000. Das Bildungsministerium sucht rund 370 Lehrer, die insbesondere Deutsch als Zweitsprache unterrichten können.

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