Traglufthalle in Nauen (Quelle: rbb/Anne Demmer)

Polizei ermittelt in Nauen - Aufregung um Fund an geplanter Flüchtlingsunterkunft

In Nauen ermittelt die Polizei, nachdem auf dem Gelände einer geplanten Flüchtlingsunterkunft ein verbranntes Holzstück entdeckt worden ist. Am frühen Donnerstagmorgen hieß es, es habe einen versuchten Brandanschlag gegeben. Inzwischen teilte die Polizei mit: "Wir gehen nicht von einem Anschlag aus."

Ein verbranntes Stück Holz auf dem Gelände einer geplanten Flüchtlingsunterkunft hat am Donnerstag im brandenburgischen Nauen die Polizei auf den Plan gerufen. Am frühen Donnerstagmorgen hieß es zunächst, Unbekannte hätten einen Brandanschlag auf die Unterkunft verübt. Am Vormittag berichtete die Deutsche Presse-Agentur dann, die Polizei habe aktuell keinen Hinweis auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. "Wir gehen derzeit nicht von einem versuchten Brandanschlag aus", sagte eine Sprecherin der zuständigen Polizeidirektion West der dpa. "Uns fehlen dazu konkrete Hinweise."

Nach ersten Informationen der Polizei vom Donnerstagmorgen hatten Unbekannte versucht, am Mittwoch ein brennendes Holzstück gegen eine Traglufthalle zu werfen. Wachschützer fanden den Angaben zufolge ein Wurfgeschoss neben der Halle. Ob Täter bei dem Wurf beobachtet wurden, auch ob das Holzstück brennend oder angekohlt gefunden wurde, war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Ein Stück Spanplatte, zwölf Meter entfernt von der Halle

Nach eingehender Untersuchung erklärte Polizeisprecher Heiko Schmidt, ebenfalls Polizeidirektion West, am Nachmittag, seine Behörde gehe nicht von einem Brandanschlag aus.

Bei dem betreffenden Stück Holz handele es sich um ein Stück Spanplatte, das ganz offensichtlich in Zusammenhang mit den Bauarbeiten in der Halle stehe. Es habe Rußspuren aufgewiesen.  

Ein Wachschützer sei am Mittwochmorgen auf das Stück Spanplatte aufmerksam geworden, das sich zwölf Meter von der Halle entfernt gefunden habe. Aufgrund der Entfernung und der Beschaffenheit gehe man nicht davon aus, dass es sich um einen Brandanschlag gehandelt habe. Derzeit werde untersucht, wer es dort abgelegt haben könnte.

Halle noch nicht bezogen

Im August war in Nauen eine Sporthalle abgebrannt, in der kurz darauf Flüchtlinge hätten untergebracht werden sollen. Die Untersuchung zur Ursache ergab, dass es sich um Brandstiftung handelte.

Die Traglufthalle, um die es bei dem Vorfall vom Donnerstag geht, soll die zuvor ausgebrannte Halle als Flüchtlingsunterkunft ersetzen. Aktuell ist sie noch nicht bezugsfertig.

Ermittlungen gegen NPD-Politiker

Die Staatsanwaltschaft untersucht derzeit, ob eine Gruppe um den NPD-Stadtverordneten Maik Schneider aus Nauen, der auch im Kreistag Havelland sitzt, etwas mit dem Anschlag vom August zu tun hat. Ins Visier der Ermittler geriet die Gruppe wegen eines Brandanschlags auf ein Auto, bei dem auch ein fremdenfeindlicher Hintergrund vermutet wird.

Im Zuge dieser Ermittlungen wurde Schneider zusammen mit einem weiteren Tatverdächtigen festgenommen. Bei Durchsuchungen mehrerer Wohnungen stellte die Polizei unter anderem Laptops, Handys, Videokameras und Datenträger sicher. Auch Tonträger mit rechtsextremistischem Liedgut wurden beschlagnahmt.

Nauen gilt als Zentrum der rechtsextremen Szene. Erst im Februar geriet die Stadt erneut in die Schlagzeilen, als Unbekannte fremdenfeindliche Flugblätter mit Anleitungen zum Bombenbauen in Wohngebieten verteilten.

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