Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) spricht den Amtseid (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg Aktuell | 28.08.2013 Beitrag von Marc Langebeck

Regierungswechsel in Potsdam - Woidke ist neuer Ministerpräsident von Brandenburg

Das Ende einer Ära: Dietmar Woidke hat am Mittwoch im Potsdamer Landtag das Amt des Regierungschefs von Matthias Platzeck übernommen. Woidke startet unter guten Voraussetzungen ins Amt. Bei seiner Wahl zum Ministerpräsidenten erhielt er mehr Stimmen, als die rot-rote Koalition hat.

Der neue Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat am Mittwoch offiziell sein Amt angetreten. Matthias Platzeck hatte zuvor - nach elf Jahren an der Spitze des Landes - aus gesundheitlichen Gründen offziell seinen Rücktritt erklärt.

Mehr Stimmen als Rot-Rot besitzt

Bei der Wahl im Potsdamer Landtag stimmten 59 von 87 Abgeordnete für Woidke. Das sind vier Stimmen mehr, als SPD (30) und Linke (25) zusammen im Landtag besitzen. 25 stimmten gegen Woidke, drei Parlamentarier enthielten sich.

Woidke sagte, die Abstimmung sei deutlich besser ausgefallen als erwartet. Dies sei für ihn "eine große Bestärkung". Er habe riesengroßen Respekt vor der Aufgabe. Platzeck sei ein herausragender Ministerpräsident gewesen, den er nicht kopieren könne.

Woidke berief alle Ministerinnen und Minister des Kabinetts seines Vorgängers in seine neue Landesregierung.

Als Innenminister rückte der bisherige SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Holzschuher nach. Neuer Fraktionschef wird der bisherige Generalsekretär des Brandenburger SPD-Landesverbands, Klaus Ness.

Regierungserklärung am Donnerstag

Noch am Mittwochmittag zeigte Platzeck Woidke die Büroräume in der Potsdamer Staatskanzlei. Am Donnerstag will der neue Ministerpräsident seine erste Regierungserklärung im Landtag in Potsdam abgeben.

Rückzug aus Krankheitsgründen

Platzeck hatte im Juni einen leichten Schlaganfall erlitten und Ende Juli seinen Rücktritt von allen Ämtern - SPD-Landesvorsitzender, Ministerpräsident, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft -  bekanntgegeben. Er bleibt aber Abgeordneter und will 2014 erneut für den Landtag kandidieren.

In seiner Abschiedsrede vor dem Brandenburger Landtag erklärte Platzeck, es gebe den ärztlichen Rat und den dringenden familiären Wunsch, aus einer 7-Tage-Woche eine 5-Tage-Woche zu machen.

Platzeck lobt Brandenburger Gemeinsinn

Brandenburg sei kein Land ohne Probleme, "aber das Fundament ist stabil," sagte Platzeck in seiner Erklärung weiter. Brandenburg sei ein modernes Land mit Herz und viel Gemeinsinn. "Es hat den ersten Platz von Ehrenämtern unter den Ländern im Osten, Solidarität und Nachbarschaftshilfe haben geholfen, Probleme zu überstehen", sagte Platzeck. Zum Abschied wünschte er "dem Land des roten Adlers immer Gottes Segen".

Am Mittwochmorgen hatte Platzeck bereits seine Minister entlassen. "Ich möchte mich sehr herzlich bedanken für die kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit. Wir haben nicht alles geschafft, aber alles Wichtige", so der ehemalige Ministerpräsident.

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