Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) beim Radfahren auf einem Oderdeich in Märkisch-Oderland (Archivbild: dpa)

"Werbetour" in der Prignitz - Platzeck will Flüssen wieder mehr Platz geben

Seine Tage als Ministerpräsident sind gezählt - und so nutzte Matthias Platzeck am Donnerstag noch einmal die Gelegenheit, auf ein Thema aufmerksam zu machen, das ihm seit seiner Zeit als Umweltminister besonders am Herzen liegt: die Bekämpfung der Hochwassergefahren an den Brandenburger Flussläufen.

Zur Vermeidung neuer Hochwasser-Schäden hat Brandenburgs scheidender Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Bund und Länder aufgerufen, Deiche zurückzuverlegen und mehr Überschwemmungsflächen zu schaffen.

Das deutschlandweit größte Projekt, einem Fluss durch Deichrückverlegung mehr Raum zu geben, habe an der Elbe am "Bösen Ort" in der Prignitz dazu geführt, dass beim Juni-Hochwasser keine Sandsäcke mehr zum Schutz benötigt wurden, sagte Platzeck am Donnerstag in Lenzen. "Es lohnt sich, solche Maßnahmen zu ergreifen", fügte er hinzu.

Beim Elbe-Hochwasser 2002 und 2006 hätten dort noch rund eine Million Sandsäcke zur Verstärkung der Deiche eingesetzt werden müssen, betonte Platzeck. Nach "langen und zähen Verhandlungen" sei es jedoch gelungen, die Deich-Rückverlegung durchzusetzen und die Lage am "Bösen Ort" vollständig zu entschärfen. Von der Maßnahme profitiere auch die Natur, da in der Region nun "ein Stück Urwald entstehen" könne.

Blick von Frankfurt auf die Oder (Foto:dpa)
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Tourismus-Einbußen sind weniger dramatisch als befürchtet

Die Einbußen im Tourismusgeschäft der vom Elbehochwasser betroffenen Regionen Brandenburgs sind voraussichtlich weniger dramatisch als anfangs befürchtet. "Das Schlimmste ist nicht eingetreten", sagte der Referatsleiter im Potsdamer Wirtschaftsministerium, Martin Linsen, der an Platzecks Termin teilnahm. Dazu trügen kurzfristige Buchungen bei, die aber wohl die entstandene "Delle" nicht ganz ausgleichen könnten. Mit genaueren Zahlen wird erst in einigen Monaten gerechnet.

Platzeck wollte mit seiner Fahrt ein bewusstes Zeichen zur Unterstützung der Hochwassergebiete setzen und sprach selbst von einer "Werbetour". Neben der Prignitz hatten vor allem das Havelland und die Spreewaldregion unter den Fluten im Juni gelitten. Trotz relativ geringer Schäden hatten viel Gäste ihren Urlaub storniert. Gegen die negativen Bilder in den Köpfen müsse man etwas tun, betonte Platzeck. Mit zusätzlichen Werbemaßnahmen sollen Linsen zufolge weitere Gäste vor allem aus dem Raum Leipzig, Hamburg und Hannover angelockt werden.

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