
Streit um weißen Adler - Landtagsarchitekt Kulka zeigt sich kompromissbereit
Möglicherweise findet der Streit um den weißen Adler doch noch ein gutes Ende. Nach einem Gespräch mit Landtagspräsident Gunter Fritsch zeigte sich der Architekt des neuen Landtagsgebäudes, Peter Kulka, am Montag kompromissbereit. Er könne sich unter bestimmten Bedingungen auch einen roten Adler vorstellen, sagte Kulka dem rbb.
Wochenlang war um den weißen Adler im Plenarsaal des neuen Landtagsgebäudes gestritten worden - nun scheint eine Einigung in Sicht. Wie Landtagsarchitekt Peter Kulka dem rbb am Montag sagte, könne er sich auch einen roten Adler vorstellen, allerdings nicht in derselben Größe wie die von ihm entworfene weiße Version. Zuvor hatte Kulka mit dem Präsidenten des Brandenburger Landtags, Gunter Fritsch, gesprochen. Dieser war vom Landtagspräsidium beauftragt worden, eine gütliche Einigung mit Kulka zu erzielen.
Bisher hatte sich der Architekt immer auf das Urheberrecht berufen und sogar mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte der weiße Adler abgehängt werden.

Noch kurz vor dem Treffen mit Fritsch hatte Kulka gesagt: "Hier kann man keine Mehrheitsentscheidung treffen." Mit jeder Veränderung werde sein Urheberrecht als Architekt verletzt. "Abhängen heißt zerstören. Ich will den Brandenburgern nicht den roten Adler nehmen. Aber der Raum braucht ihn nicht", wurde Kulka von der Nachrichtenagentur dpa zitiert.
Nachdem er mit Fritsch gesprochen hatte, will der 76-Jährige nun neue Entwürfe in roter Farbe vorlegen. "Mit der Farbe verschieben sich die Maßstäbe. Wir müssen vielleicht die Größe des
Wappens verändern oder ihn woanders platzieren", erklärte Kulka nach der Sitzung. Das Wie und Wo müsse noch gefunden werden. Im Mai soll auf einer Präsidiumssitzung über die Vorschläge entschieden werden, hieß es.
SPD, CDU und auch FDP haben sich inzwischen mehrheitlich für einen roten Adler im Plenarsaal ausgesprochen. Linke und Grüne halten weiter am weißen Adler fest – so wie es die Kunstkommission des Landtags einst entschieden hatte. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Landtag hatte das Landtagspräsidiums jedoch kürzlich beschlossen, den weißen gegen einen roten Adler auszutauschen.


