Vorstellung der West-Seite der Brauer Straße in Potsdam, Radierung von Andreas Ludwig Krüger, 1779 (Quelle: Bundesarchiv / Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Hasso Plattners Kunsthalle soll zur Weltliga gehören - Potsdam in einem Atemzug mit New York, London und Madrid

Der Leiter der zukünftigen Kunsthalle in Potsdam hat die Messlatte hochgehangen: Das Kunstmuseum soll sich mit den berühmten großen Häusern in aller Welt messen lassen, so der Anspruch von Peter Joch. Aber erst einmal muss die Kunsthalle gebaut werden, los gehen soll es im Herbst.

Potsdam bekommt eine Kunsthalle. Nach langen Querelen wird die Kunstsammlung des Mäzens und Software-Milliardärs Hasso Plattner in das Palais Barberini am Alten Markt in Potsdam ziehen. Baubeginn soll im nächsten Frühjahr sein.

Doch bereits jetzt hängen die Erwartungen hoch. Das künftige Potsdamer Kunstmuseum will sich mit den berühmten großen Häusern in aller Welt messen. "Wir werden mit thematischen Ausstellungen unseren Platz erobern", sagte der künftige Chef Peter Joch, bislang Direktor der Kunsthalle Darmstadt. Herausragende Kunstwerke aus den Museen in aller Welt sollen für Sonderschauen geholt werden. "Es gibt genug Platz und die klimatischen Bedingungen werden hervorragend sein", sagte er. Insgesamt 4.000 Quadratmeter sollen zur Verfügung stehen. 

Peter Joch tritt sein Amt offiziell am 15. November an. "Dieses Haus wird vom künstlerischen Anspruch her in der absoluten Weltliga spielen", sagte der 51-jährige Joch den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" und ließ schon Künstlernamen wie Monet fallen.

In Potsdam soll die Sammlung ostdeutscher Kunst des Software-Milliardärs Hasso Plattner unterkommen - mit Werken etwa von Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig, Arno Rink, Willi Sitte und Werner Tübke.

Wiederaufbau mit historischer Fassade

Im Herbst soll erst einmal der Wiederaufbau des Palais Barberini beginnen, wie der Berliner Investor Abris Lelbach im Juli sagte. Der Rohbau soll im Frühjahr 2014 stehen. Das gesamte Objekt soll mit der historischen Fassade versehen werden und für eine kulturelle Nutzung dauerhaft öffentlich zugänglich sein. Finanzell unterstützt werden soll der Wiederaufbau durch die Hasso-Plattner-Förderstiftung.

Die Fertigstellung ist für Ende 2016 geplant. In einer Etage des Baus soll die Plattner-Sammlung unterkommen, auf den anderen beiden Etagen sollen die Wechselausstellungen stattfinden.

Mit dem Palais Barberini hat Plattner einen dritten Standort für seine Kunsthalle ins Gespräch gebracht. Plattner wollte ursprünglich eine eigene Kunsthalle in Potsdam an Stelle des Hotel Mercure direkt neben dem wieder aufgebauten Stadtschloss bauen. Doch nach heftigen Protesten gegen den Abriss des DDR-Plattenbaus hatte er sein Angebot verärgert zurückgezogen. Auch ein Standort am Jungfernsee im Norden der Stadt wurde verworfen.

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