
33 Sammelunterkünfte - Berlin schafft neuen Platz für 3.000 Flüchtlinge
Berlin baut seine Kapazitäten aus, um Flüchtlinge aufnehmen zu können. Im laufenden Jahr hat das Land mehr als 3.000 zusätzliche Plätze in Unterkünften geschaffen. Noch sind nicht alle Verträge in trockenen Tüchern - und der Flüchtlingsstrom in die Hauptstadt reißt nicht ab.
Das Land Berlin hat im laufenden Jahr 3.000 zusätzliche Plätze in Flüchtlingsunterkünften geschaffen. Das geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus hervor, wie die "Berliner Zeitung" am Samstag berichtete. Gestellt hatte die Anfrage der Piraten-Abgeordnete Fabio Reinhardt. Insgesamt seien "mehr als 3.000 neue Plätze" eingerichtet worden, sodass die Kapazität auf 7.500 Plätze gestiegen sei, hieß es in dem Schreiben aus der Berliner Sozialverwaltung. Demnach gibt es zurzeit 33 Sammelunterkünfte in der Hauptstadt.
Für acht der 33 Flüchtlingsunterkünfte gibt es laut "Berliner Zeitung" bislang keine gültigen Verträge. Bei vier dieser Unterkünfte befinden sich die Vertragsverhandlungen allerdings in der Abschlussphase, teilte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) in seiner Antwort auf die Anfrage der Piraten mit.
Czaja sieht große Herausforderungen
Vorrangige Zielsetzung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) sei es, Obdachlosigkeit von Asylbewerbern und Flüchtlingen zu vermeiden. Dies könne im Einzelfall erfordern, ein "faktisch für die Unterbringung nutzbares Gebäude" kurzfristig zu belegen, auch wenn die schriftliche Vereinbarung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann, hieß es weiter.

Czaja betonte, dass die sehr hohen Zuzugszahlen von Flüchtlingen das Land Berlin vor große Herausforderungen stellten. Eine Vorhersage über die Anzahl von Personen, die in Berlin bis zu ihrer Weiterleitung in andere Bundesländer vorübergehend untergebracht und versorgt werden, sei dagegen nicht verlässlich möglich. "Auf diese Entwicklungen müssen wir kurzfristig reagieren können", sagte Czaja laut "Berliner Zeitung".
Weitere 250 syrische Flüchtlinge kommen nach Berlin
Unterdessen wurde bekannt, dass Berlin weitere 250 Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg in Syrien aufnimmt. Die Innenminister der Länder einigten sich, im kommenden Jahr 5.000 Menschen aus Syrien in Deutschland eine Zuflucht anzubieten. Auf das Land Berlin entfallen davon 250, teilte Innensenator Frank Henkel (CDU) am Freitag mit. Im ablaufenden Jahr war bereits die gleiche Zahl aus Syrien angekommen.
Henkel teilte mit: "Das ist ein wichtiges humanitäres Signal für die Menschen aus einem von Krieg zerrütteten Land." Daher sei kürzlich auch der Familiennachzug für viele Flüchtlinge erleichtert worden. Flüchtlingsinitiativen kritisierten die Regelungen jedoch.



