Gerhart-Hauptmann-Schule (Bild: dpa)

Vier Festnahmen - Erneut Schlägerei in besetzter Kreuzberger Schule

Immer wieder wurde die Polizei in den vergangenen Monaten an die Gerhart-Hauptmann-Schule gerufen, so auch in der Nacht zum Dienstag. Denn dort war es wieder zu Gewalt gekommen - mit Zaunlatten und Pfefferspray. Vier Menschen wurden festgenommen. Unklar ist, ob es eine Auseinandersetzung unter Flüchtlingen war.

Erneut hat es in der von Flüchtlingen besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg gewaltsame Auseinandersetzungen gegeben. Auslöser der Schlägerei in der Nacht war ein Streit zwischen zwei Männern, wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte. In diesen mischten sich zwei weitere Gruppen ein, zusammen etwa 13 Menschen. Sie gingen mit Zaunlatten und Pfefferspray aufeinander los. Die Folge: Drei Leichtverletzte und vier mutmaßliche Täter, die festgenommen wurden.

Unklar ist bisher, ob es sich um eine Auseinandersetzung unter Flüchtlingen handelt. Denn in dem Gebäude kommen oft auch Obdachlose und Drogendealer aus dem nahe gelegenen Görlitzer Park unter.

Ein Flüchtling steht in einem Klassenraum der ehemaligen Gerhart- Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg (Quelle:dpa)
In der Schule wohnen neben Flüchtlingen auch Obdachlose und Drogendealer.

Immer wieder Polizeieinsätze wegen Gewalt

An der seit mehr als einem Jahr besetzten Schule in der Ohlauer Straße ist es in den vergangenen Monaten häufiger zu Polizeieinsätzen gekommen. Anlass waren meist Schlägereien oder Messerstechereien unter den Bewohnern.

Mitte März waren ein Mitarbeiter des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg und Sicherheitskräfte auf dem Gelände angegriffen worden. Der Mitarbeiter des Bezirksamts war mit einem 24-jährigen Mann in Streit geraten, wobei er nach eigenen Angaben beleidigt und bedrängt worden war. Als zwei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma versuchten, die Situation zu entschärfen, kamen Bewohner hinzu, von denen einer ein Messer gezogen haben soll. Daraufhin verließen der Bezirksamtsmitarbeiter und die Sicherheitsleute das Gelände. Am selben Abend wurde ein weiterer Sicherheitsmitarbeiter angegriffen, als er versuchte einen gewalttätigen Streit zu schlichten. Zuvor war Mitte Februar ein Flüchtling niedergestochen worden. Deshalb rückt die Polizei immer mit einem großen Aufgebot an. Auch die prekären hygienischen Zuständen in dem Gebäude wurden immer wieder kritisiert.

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