Bewohner eines Wohnheims der Zentralen Ausländerbehörde des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt (Quelle: dpa)

Flüchtlingsheim Eisenhüttenstadt wird saniert - Land verspricht zwölf Millionen Euro für Asyl-Aufnahmestelle

Mit rund zwölf Millionen Euro will das Land Brandenburg seine Erstanlaufstelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) sanieren. Das sind vier Millionen mehr als bisher bekannt. Die Unterkunft war wegen Platzmangel und Sanierungsbedarf immer wieder in die Kritik geraten.

Für die Sanierung der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt will das Land Brandenburg zwölf Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Zustände in dem Ausländerheim seien "teils fast menschenunwürdig", sagte Brandenburgs neuer Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) am Freitag nach seinem Besuch der Zentralen Ausländerbehörde. Das Land wolle die Unterbringung der Asylbewerber weiter verbessern.

Ralf Holzschuher (SPD) unterhält sich am 13.09.2013 mit der Deutschlehrerin Sabine Gericke in einer Schulklasse in der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt (Quelle: dpa)
Ralf Holzschuher besucht Deutschunterricht in Ausländerbehörde

Kapazitätsgrenzen erreicht

Von der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt aus werden die Flüchtlinge auf die Landkreise verteilt. Nach Angaben der Behörde leben derzeit 677 Flüchtlinge in den Gebäuden, darunter 279 Kinder. Das Heim hat damit seine Kapazitätsgrenze erreicht. Wegen überfüllter Schlafsäle, Personalmangel und fehlender Freizeitmöglichkeiten war das Heim immer wieder in die Kritik geraten.

Ende Juli hatte der neue Leiter der Einrichtung bereits eine Sanierung der Flüchtlingsunterkunft angekündigt, damals war allerdings noch von acht Millionen Euro an Landesmitteln die Rede. Zu den Plänen gehört etwa die Sanierung des Männerhauses, aber auch die Neueinrichtung von Unterrichtsräumen und des Kindergartens in der Flüchtlings-Aufnahmestelle.

Nach dem Selbstmord eines Flüchtlings aus dem Tschad Anfang Juni war in der Erstaufnahmestelle außerdem das Personal um zwei Sozialarbeiter und um zwei Verwaltungsmitarbeitern aufgestockt worden.

Inzwischen wird auch Schulunterricht für 50 Kinder angeboten.

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