Asylbewerber in der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt (Archivbild: dpa)

Interimslösung in Frankfurt - Oderland-Kaserne soll 80 syrische Flüchtlinge aufnehmen

Die Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt ist völlig überlaufen - nun sollen Flüchtlinge aus Syrien vorübergehend auch in Frankfurt (Oder) untergebracht werden. Die Behörde sprach von einer "strategischen Reserve", bis es in Eisenhüttenstadt mehr Plätze gebe. Wie Behördenleiter Frank Nürnberger dem rbb am Dienstag sagte, habe man sich als Standort für die ehemalige "Oderland"-Kaserne entschieden.

Da die Zentrale Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt hoffnungslos überbelegt ist, sollen 80 Flüchtlinge aus Syrien ab Mitte Dezember auch in Frankfurt (Oder) untergebracht werden.

Wie der Leiter der Behörde, Frank Nürnberger, dem rbb am Dienstag sagte, sollen die Menschen in einem leerstehenden Gebäude der ehemaligen "Oderland"-Kaserne einquartiert werden. Die Einrichtung der neuen Außenstelle sei bis 31. März 2014 befristet. In der Zwischenzeit sollen in Eisenhüttenstadt weitere Plätze in Wohncontainern geschaffen werden. Damit soll der größte Notstand erst einmal behoben werden, der durch die Überbelegung in Eisenhüttenstadt entstanden ist.

"Strategische Reserve" über den Jahreswechsel

Wie rbb-Reporterin Elke Bader am Dienstag berichtete, müssen Flüchtlinge dort sogar in der Turnhalle übernachten. Und wenn es ganz schlimm komme, schlafe eine Mutter mit ihren Kindern in einem Bett. Die Pläne für eine neuen Außenstelle hätten schon seit Monaten bei den Behörden in der Schublade gelegen - nun sollen sie endlich umgesetzt werden.

Die Einrichtung in der Fürstenwalder Poststraße sei aber nur ein Interimslösung, sagte Nürnberger. Es gehe vor allem um eine "strategische Reserve" über den Jahreswechsel. Ein Sozialbetreuer und drei Wachschutzkräfte seien für die Zeit eingeplant. Die Verpflegung werde voraussichtlich aus Eisenhüttenstadt kommen.

Tuberkulose-Fälle sorgen für zusätzliche Raumnot

Die Kämmerin von Frankfurt, Claudia Possardt, sagte, die Anwohner seien bereits informiert. Durch die relativ abgelegene Lage der Kaserne rechne sie aber nicht mit Problemen. Ein Vertreter der Polizeiinspektion Oder-Spree und Frankfurt (Oder) sagte, es werde ein Sicherheitskonzept erstellt.

Die Maximalkapazität der Erstaufnahmestelle lag bei 500 Plätzen. Die Wohncontainer, die in Eisenhüttenstadt zusätzlich aufgestellt wurden, sind für 200 Personen gedacht und reichen inzwischen auch nicht mehr aus. Im November waren in der Aufnahmestelle etwa 745 Menschen untergebracht.

Aufgrund des Tuberkulose-Ausbruchs unter dort untergebrachten Flüchtlingen vor vier Wochen werden zur Zeit auch weniger Flüchtlinge auf die Landkreise verteilt. Das verschärft die Lage in Eisenhüttenstadt. Die Einrichtung in Frankfurt (Oder) soll Entlastung bringen.

Mehr zum Thema