Eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien bezieht am 18.12.2013 in der Oderland Kaserne in Frankfurt/Oder (Brandenburg) ihr Zimmer. (Bild dpa)

Aufnahmelager ist überfüllt - Syrische Flüchtlinge beziehen ehemalige Kaserne

Wirklich einladend sind Kasernen eigentlich nie, doch für rund 30 syrische Flüchtlinge sind sie in Frankfurt (Oder) zurzeit ein besseres Zuhause als ihre Heimat. Die ehemaligen Militärgebäude der Oderland Kaserne dienen ihnen als Ausweichquartier.

Mehr als 30 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak haben am Mittwoch eine ehemalige Kaserne in Frankfurt (Oder) bezogen. Das Gebäude dient als Ausweichquartier der überbelegten Zentralen Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt. Unter den 34 neuen Bewohnern der Kaserne sind auch zehn Kinder, wie der Leiter der Behörde in Oder-Spree, Frank Nürnberger, sagte.

Die Gruppe kam am Vormittag mit einem Bus an der früheren Oderland Kaserne an. Mit Taschen und Koffern bezogen die Flüchtlinge ihre neuen Zimmer in dem hellen Gebäude.

Die Flüchtlinge sollen voraussichtlich bis Mitte oder Ende Januar in Frankfurt (Oder) bleiben und dann auf Kommunen in Brandenburg verteilt werden.

Der Mietvertrag mit dem Ausweichquartier läuft bis Ende März 2014. In der Zwischenzeit wird mehr Platz in Eisenhüttenstadt geschaffen.

Insgesamt kann die Ex-Kaserne 80 Flüchtlinge aufnehmen, allerdings sind bis auf Weiteres keine weiteren Umzüge geplant, so Nürnberger. Es sei nicht geplant, bis dahin weitere Asylbewerber in dem Haus unterzubringen, betonte Nürnberger. Ausgeschlossen sei es aber auch nicht. In der Zwischenzeit würden 100 neue Plätze in Eisenhüttenstadt geschaffen. So sollten Container aufgestellt werden. Die Plätze seien aber nur als Reserve gedacht. Im nächsten Jahr wird laut Nürnberger ein Psychologe als Ansprechpartner für Asylbewerber in der Zentralen Erstaufnahmestelle arbeiten.

Im Jahr 2014 erwartet das Land nach dem "Bericht zur Lage der Asylsuchenden in Brandenburg" mehr Asylbewerber. Im laufenden Jahr werden es vermutlich knapp 3.400 neue Asylbewerber sein. Bis 2016 sollen in Eisenhüttenstadt rund 12 Millionen Euro investiert werden. Die Kapazität in der Erstaufnahmestelle wurde von 500 auf 700 Plätze erhöht - im September lebten dort allerdings schon 769 Menschen.

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