Termin für Umzug noch unklar - Flüchtlinge ziehen vom Oranienplatz nach Friedrichshain

Dem Umzug der Flüchtlinge vom Berliner Oranienplatz nach Friedrichshain steht offenbar nichts mehr im Weg. Am Donnerstag nahmen die Protestierenden das Angebot von Sozialsenator Czaja für ein Haus im Stadtteil Friedrichshain an. Doch erst in zwei bis drei Wochen ist der Umzug möglich - noch rechtzeitig vor der Kälte?

Die Flüchtlinge vom Berliner Oranienplatz wollen möglichst noch vor dem Winterbeginn ihr Zeltdorf verlassen und in ein festes Haus ziehen. Sie haben am Donnerstag das Angebot von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) für ein Haus in Friedrichshain angenommen, sagte die Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne).

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa handelt es sich dabei um ein ehemaliges Hostel in der Gürtelstraße. Ein Träger aus der Obdachlosenhilfe wird das Haus betreiben und zunächst den rund 60 Flüchtlingen für die Wintermonate bis Ende März Unterkunft bieten.

Verzögerung wegen fehlender Zusagen und Unterlagen

Doch die Flüchtlinge müssen vorerst noch in ihrem Camp auf dem Oranienplatz ausharren. Ein Umzug ist nach Angaben der Sozialverwaltung erst in zwei bis drei Wochen möglich. Denn bisher gebe es noch keine verbindliche Zusage aus dem Stadtplanungsamt des Bezirks an den Träger, dass er in der Immobilie eine Unterbringung für wohnungslose Menschen betreiben darf.

"Diese Zusage liegt dem Anbieter noch nicht vor, so dass weitere Umsetzungsschritte deshalb bisher nicht möglich waren", sagte Sprecherin Franciska Obermeyer. Erst wenn der Bezirk das Angebot des Senators annehme, könnten Mitarbeiter eingestellt und letzte Vorbereitungen in der Immobilie getroffen werden.

Bis Mittwoch habe der Träger noch nicht alle nötigen Unterlagen beisammen gehabt und eingereicht, sagte dagegen Herrmann. Ihr Stadtplanungsamt warte seit einer Woche auf diese Unterlagen und sei vorbereitet.

Infozelt am Oranienplatz bleibt stehen

Die Flüchtlinge wollen ihr Zusammenleben in der neuen Unterkunft genau regeln, sagte Herrmann. Von Montag an sollen in Arbeitsgruppen zusammen mit dem Bezirk die Organisation des Umzugs und Regeln für das Zusammenleben entwickelt werden.

Am Oranienplatz soll auch in Zukunft ein Zelt für politische Demonstrationen stehen bleiben. Ob später noch ein Umzug in das zunächst von ihr vorgeschlagene ehemalige Jugendgästehaus in der Franz-Künstler-Straße anstehe, wenn das Landesamt dem zustimme, sei nicht diskutiert worden.

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