
Anwohner bieten Flüchtlingen am Kaiserdamm Hilfe an - Willkommens-Applaus statt Ablehnung
Es kann auch einfach gut laufen: In Charlottenburg waren Anwohner eines Flüchtlingheims am Kaiserdamm zum offenen Austausch geladen. Politiker und Experten auf dem Podium hatten sich auf hitzige Debatten eingestellt, erlebten dann einen angenehmen Abend in freundlicher Atmosphäre.
Die Eröffnung eines neuen Flüchtlingsheimes auf dem Kaiserdamm in Charlottenburg ist bei einer Anwohnerversammlung am Dienstagabend positiv aufgenommen worden. Zahlreiche Besucher der Versammlung boten den Flüchtlingen ihre Hilfe an.
Rund 120 Anwohner und Vertreter von Kiez-initiativen waren in die Aula der Nehring-Grundschule gekommen, um sich über das neue Flüchtlingsheim in ihrer Nähe zu informieren. Am Ende gab es jede Menge Angebote. Viele Anwohner fragten nach konkreten Möglichkeiten die Flüchtlinge zu unterstützen.
Hohe Hilfsbereitschaft unter den Diskussionsteilnehmern
Eingeladen hatte der Kreisverband-Mitte der Arbeiterwohlfahrt. Er ist Betreiber der neuen Notunterkunft für Asylbewerber am Kaiserdamm 3, einem ehemaligen Jugendhotel. Dort leben seit Weihnachten 105 Flüchtlinge aus mehr als sieben Nationen – darunter Syrien und Afghanistan.
Manfred Nowak, Vorsitzender des Kreisverbands, zeigte sich anschließend im Gespräch mit dem rbb erleichtert: "Es gab so viel Zuspruch, so viel Zuwendung - das hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Wir sind dankbar dafür, dass wir so viele Unterstützungsangebote haben. Die werden wir in konkretes Handeln ummünzen im Interesse der Menschen, die wir betreuen."
Der für Flüchtlingsfragen zuständige Chef des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, Franz Allert, sagte dem rbb, er habe ein gutes Gefühl. Er zeigte sich erfreut über das "große Maß an Sachlichkeit" und die "Empathie für Flüchtlinge" in den Fragen der Diskussionsteilnehmer. "Es gab hier eine große Bereitschaft zu helfen und ganz konkret wissen zu wollen: Was kann ich tun?"
In der Vergangenheit hatten Rechtsradikale ähnliche Informationsabende genutzt um gezielt Ängste unter den Anwohnern zu schüren – zuletzt in Hellersdorf davor auch in der Soorstraße in Charlottenburg.
(mit Informationen von Thomas Weber)



