Demonstranten mit Transparent mit der Aufschrift "Gegen Rassismus" in Berlin-Hellersdorf (Quelle: dpa)

Protest in Hellersdorf - Demonstration für Flüchtlinge nach Silvester-Attacke

Wieder sind sie auf die Straße gegangen: Nach Böllerangriffen in der Neujahrsnacht gegen das Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf haben Aktivisten und Anwohner am Samstagnachmittag für das Heim und seine Bewohner demonstriert. An Silvester war die ehemalige Schule mit Feuerwerk angegriffen und beschädigt worden.

Um Solidarität mit den Flüchtlingen in Berlin-Hellersdorf zu bekunden, sind am Samstag rund 250 Demonstranten zusammengekommen. Diese Zahl nannten die Organisatoren zum Abschluss des Protestmarsches, der vom Alice-Salomon-Platz zum U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße führte. Die Demonstration sei friedlich zu Ende gegangen, hieß es bei der Polizei.

Hintergrund ist die jüngste Attacke gegen das Flüchtlingsheim in der nahe gelegenen Carola-Neher-Straße. In der Silvesternacht waren die Eingangstüren der Einrichtung durch die Detonation von Böllern beschädigt worden.

Trotz anhaltender Proteste von Neonazis waren vor rund vier Monaten die ersten Flüchtlinge in die leerstehende Schule gezogen. Ein Nebenhaus wurde bereits saniert, demnächst soll auch das Haupthaus auf Vordermann gebracht werden. Ende März sollen dann 200 weitere Flüchtlinge nach Hellersdorf ziehen.

Mehr zum Thema

Ein Mann und eine Frau reichen sich auf eine Menschenkette verteilt einen Karton mit der Aufschrift "22859 Menschen begrüßen die Asylbewerber in der Carola-Neher-Straße". (Bild dpa)

Räume für 400 Menschen - Hellersdorfer Flüchtlinge ziehen um in saniertes Heim

Während Kreuzberg zeigt, wie schwierig die Debatte über die Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin sein kann, beweist Hellersdorf, wie gut es am Ende klappen kann: Erst schlagen Bürger mit vereinten Kräften hetzende Neonazis zurück, dann organisieren sie im großen Stil Spenden und nun können die Flüchtlinge auch noch ein saniertes Heim beziehen.