
Nach Angriff in Silvesternacht - Erneut rechte Attacke auf Flüchtlingsheim in Hellersdorf
Erst in der Silvesternacht war das Asylbewerberheim in Berlin-Hellersdorf mit Feuerwerkskörpern attackiert worden. Nun gab es erneut einen Angriff: Zwei Männer und eine junge Frau randalierten vor dem Gebäude, einer von ihnen hinterließ Aufkleber mit fremdenfeindlichen Parolen an der Fassade.
Zwei Männer und eine Frau haben nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Montag kurz nach Mitternacht vor dem Gebäude in der Carola-Neher-Straße randaliert. Zudem klebten sie Sticker mit ausländerfeindlichen Parolen an die Fassade. Die Polizei nahm die Täter kurz darauf fest. Die Männer sollen aus der Nachbarschaft kommen.
Die beiden Männer und die junge Frau schrien nach Polizeiangaben vor dem Heim zunächst laut herum. Die 18-jährige habe sich kurz darauf vor dem Haupteingang des Heims übergeben. Einer der Männer soll danach die fremdenfeindlichen Aufkleber angebracht haben. Die von den Heimmitarbeitern gerufenen Polizeibeamten fanden bei dem Mann 14 weitere Aufkleber mit fremdenfeindlich Sprüchen. Gegen die drei wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Erst in der Silvesternacht war die Flüchtlingsunterkunft mit Böllern attackiert worden. Unbekannte hatten Feuerwerkskörper an den Eingangstüren befestigt und gezündet. Dabei waren die Glasscheiben zersplittert. Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen, weil ein politisches Motiv der Tat nicht ausgeschlossen ist.
Demonstration für das Heim
In Reaktion auf den Anschlag in der Silvesternacht hatten Aktivisten und Anwohner am Samstagnachmittag für das Heim und seine Bewohner demonstriert. Laut Angaben der Organisatoren waren es rund 250 Demonstranten. Sie zogen vom Alice-Salomon-Platz zum U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße. Die Demonstration sei friedlich zu Ende gegangen, teilte die Polizei mit.
Gegen das Flüchtlingsheim in der Carola-Neher-Straße hatte es im vergangenen Sommer massive Proteste von Neonazis und Anwohnern gegeben. Gleichzeitig formierte sich eine Bewegung, die die Unterbringung der Flüchtlinge begrüßte. Mitte August waren unter Polizeischutz die ersten Flüchtlinge in die leerstehende Schule gezogen. Inzwischen wurde ein Nebenhaus saniert, demnächst soll auch das Haupthaus auf Vordermann gebracht werden. Ende März sollen dann 200 weitere Flüchtlinge nach Hellersdorf ziehen.



