
Opfer soll in Gerhart-Hauptmann-Schule wohnen - Flüchtling bei Messer-Attacke schwer verletzt
Unweit der Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg ist es offenbar wieder zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen: Ein Flüchtling wurde am Sonntagabend mit einem Messer attackiert. Er trug lebensgefährliche Stichverletzungen davon.
Ein 43-jähriger Mann ist am Sonntagabend bei einer Messerattacke in Berlin-Kreuzberg lebensgefährlich verletzt worden. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge bemerkte eine Zeugin gegen 21:45 Uhr einen Streit zwischen zwei Männern auf dem Gehweg in der Skalitzer Straße. Als die Passantin sah, wie eine der Personen zu Boden ging, machte sie sich durch Rufe bemerkbar, woraufhin der unbekannte Täter flüchtete.
Alarmierte Rettungssanitäter brachten den 43-Jährigen mit einer lebensbedrohlichen Stichverletzung im Oberkörper in eine Klinik, wo er notoperiert wurde. Mittlerweile ist er außer Lebensgefahr. Das Opfer soll Bewohner der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule sein. Die Ermittlungen dauern an.
Bereits am Samstag waren in Mitte und in Kreuzberg zwei Männer niedergestochen und mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden. In dem Fall eines 25-Jährigen ist gegen den mutmaßlichen Messerstecher Haftbefehl ergangen. Der Vorwurf lautet auf versuchten Totschlag.
Immer wieder Gewalt in der Schule
Mehr als 100 Flüchtlinge hatten Ende 2012 die leerstehende Schule besetzt, um dort zu schlafen. Inzwischen leben auch Obdachlose und Roma-Familien dort. Immer wieder war es rund um das Schulgelände zu Auseinandersetzungen gekommen, mehrfach wurden dabei Menschen verletzt.
Mitte März hatte Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) zusammen mit Flüchtlingsvertretern ein Kompromisspapier erarbeitet. Es sieht vor, dass sowohl die Gerhart-Hauptmann-Schule als auch das benachbarte Flüchtlingscamp auf dem Oranienplatz freiwillig von den Bewohnern verlassen werden sollen. Eine Woche später waren jedoch von Seiten der Flüchtlinge in der Schule neue Forderungen laut geworden. Sie verlangten unter anderem, die Sanitäranlagen zu sanieren und drei Duschen einzubauen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) lehnte das ab.



