Die Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg in Berlin. (Bild dpa)
Video: Abendschau | 14.11.2013 | Beitrag von Kerstin Breinig

Tatverdächtige flüchtig - Flüchtling in Kreuzberg niedergestochen

Seit fast einem Jahr leben etwa 250 Flüchtlinge in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule. In der Nacht zum Donnerstag ist dort ein Flüchtling bei einem Streit niedergestochen worden. Eine Festnahme soll es bisher nicht gegeben haben. Derzeit läuft die Suche nach den beiden Tatverdächtigen.

Ein 20 Jahre alter Mann ist in der Nacht zum Donnerstag in der von Flüchtlingen besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg niedergestochen und schwer verletzt worden. Wie Polizeisprecher Thomas Neuendorf rbb online sagte, sind zwei andere dort lebende Männer verdächtig. Eine Festnahme habe es aber noch nicht gegeben, da die Tatverdächtigen flüchtig sind.

Bisher ist ungeklärt, wie es zu der Auseinandersetzung kam. Ein anonymer Anrufer alaramierte kurz nach Mitternacht die Feuerwehr: Auf dem Gehweg vor dem Flüchtlingsheim lag das Opfer mit mehreren Messerstichen. Ein Sondereinsatz-Kommando stürmte gegen 3:00 Uhr das Nebengebäude, fand aber keine Verdächtigen mehr. Dort soll der Streit zwischen den drei Männern stattgefunden haben, die aus Afrika stammen sollen.

Tatwaffe noch nicht gefunden

Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Zurzeit ist die 6. Mordkommission mit Spürhunden vor Ort, um Beweise zu sichern. Zeugen werden vernommen. Die Tatwaffe konnte noch nicht gefunden werden.

Das Opfer liegt im Krankenhaus, ist aber vernehmungsfähig. Deshalb zeigt sich die Polizei zuversichtlich, die Täter bald zu finden, wie Neuendorf weiter sagte.

Mehr als 200 Flüchtlinge leben seit Dezember 2012 in der Notunterkunft. Im September hatte der rbb berichtet, dass die hygienischen Zustände dort katastrophal sind. Daraufhin hatte es eine Aussprache mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der die Besetzung seit fast einem Jahr duldet, gegeben. Die Flüchtlinge haben daraufhin ein Komitee gebildet, um für mehr Sauberkeit zu sorgen.

Das Haus gehört dem Bezirk. Der grüne Baustadtrat, Hans Panhoff, sagte allerdings dem rbb, dass er an der angespannten Lage der Flüchtlinge wenig ändern könne. "Die Asylpolitik - soweit sie überhaupt in Berlin gesteuert werden kann - wird von der Landesebene gemacht", so Panhoff.

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