
Versorgungslücke bestehe nicht - Flüchtlingskinder haben Recht auf Kita-Platz
Kinder von Asylsuchenden in Berlin haben Anspruch auf einen Platz in der Kindertagesstätte - wenn die dreimonatige Erstaufnahmefrist abgelaufen ist. In Reaktion auf eine Anfrage der Grünen betonte der Berliner Senat zudem, dass er einen frühen Kita-Besuch unterstütze. Eine Versorgungslücke bestehe nicht.
Flüchtlingskinder haben in Berlin nach Ablauf der dreimonatigen Erstaufnahmefrist das Recht auf einen Kita-Platz. Der rot-schwarze Senat fördere den frühen Kita-Besuch und unterstütze alle Bemühungen, Flüchtlingskindern einen Platz in Kindertagesstätten zu ermöglichen, teilte die Senatsbildungsverwaltung auf eine Parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion mit.
"Eine Versorgungslücke für Flüchtlingskinder aufgrund mangelnder Platzkapazität existiert nicht", betonte Jugend-Staatssekretärin Sigrid Klebba.
In den Unterkünften für Asylbewerber berieten Mitarbeiter der Sozialdienste und der Jugendämter die Eltern, hieß es. Aufgrund der besonderen Lebenslage nach der Flucht benötigten Eltern jedoch häufig Zeit, bevor sie sich für einen Kita-Besuch ihrer Kinder entscheiden. Für eine umfassende Information sollen Broschüren in noch weitere relevante Sprachen übersetzt werden.
Die Unterstützung für Flüchtlinge in Berlin ist im Asylbewerberleistungsgesetz geregelt. Die Leistungen decken einen Grundbedarf ab, unter anderem für Unterkunft und Heizung, Ernährung und Kleidung. Zu den Leistungen zählen auch Bildungsangebote.
Nach der Kita in die Schule
Nicht nur der Kita-, sondern auch der Schulbesuch wird Kindern aus Flüchtlingsfamilien in der Region ermöglicht. So gingen zum Beispiel 20 Kinder aus dem neuen Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf Mitte September zum ersten Mal in Berlin zur Schule.
Die Kinder besuchen vorläufig sogenannte Willkommensklassen. Sie werden dort von sechs Lehrern betreut, die den Flüchtlingskindern die deutsche Sprache beibringen sollen.
Ähnliche Unterrichtsinitiativen gibt es in Brandenburg: Die Kinder aus dem Flüchtlingsheim in Eisenhüttenstadt lernen an einer Schule Deutsch. Für rund 50 Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 15 Jahren begann im August der Unterricht.
Die Stundenpläne sehen wöchentlich bis zu 19 Unterrichtsstunden von Lehrerinnen zweier Schulen der Stadt vor. "Mit dem Schulunterricht erleichtern wir den Kindern die
Integration", sagte Dietmar Woidke damals.
In Eisenhüttenstadt ist Brandenburgs Erstaufnahme-Stelle für Flüchtlinge. Nach dem Asylantrag werden sie von dort aus auf die einzelnen Kreise und Städte verteilt.


