
Bis zu 3.600 Asylbewerber erwartet - "Kein Grund zur Panikmache"
Brandenburg wird in diesem Jahr Ziel von deutlich mehr Asylsuchenden sein als angenommen. Bis zu 3.600 Flüchtlinge werden bis Jahresende erwartet, 1.000 mehr als prognostiziert. Während die Grünen am Donnerstag bei einer Landtagsdebatte vor Panikmache warnten, sprach die SPD von lösbaren Aufgaben.
Etwa 3.300 bis 3.600 Menschen werden bis Jahresende in Brandenburg voraussichtlich Asyl beantragen. Das sind 1.000 Asylbewerber mehr als erwartet. Die steigende Zahl sei kein Grund zu Panikmache, sagte die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Grüne, Ursula Nonnemacher, am Donnerstag bei einer Debatte im Landtag. Ihre Fraktion hatte eine Aktuelle Stunde zu den steigenden Flüchtlingszahlen beantragt.
"Wir sind ein reiches Land"
Parolen, Brandenburg werde von Flüchtlingsströmen überflutet, entbehrten jeglicher rationalen Grundlage, sagte Nonnemacher. Probleme der Kommunen bei der Schaffung neuer Unterkünfte seien selbstverständlich nicht zu übersehen, betonte sie. Wichtig sei auch, die Anwohner rechtzeitig einzubinden. Sie müssten ihre Sorgen und Bedenken äußern können.
Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) betonte, jeder Asylsuchende habe Anspruch, mit Respekt und Würde empfangen zu werden. "Asylbewerber kosten Geld. Aber bitte: Wir sind ein reiches Land", betonte er. Die starke Zivilgesellschaft setze ein starkes und klares Signal, wenn Rechtsextremisten versuchten, Ängste zu schüren.
Sozialminister Günter Baaske (SPD) teilte mit, dass die Zahl der Gemeinschaftsunterkünfte mittlerweile von 17 auf 23 gestiegen sei. Weitere würden geplant. Eine Arbeitsgruppe von Land und Kommunen beschäftige sich mit den Vorschriften zur Unterbringung der Flüchtlinge. Dabei gehe es um Bedingungen in Heimen oder anderen Unterkünften, aber auch um das erforderliche Personal für die Betreuung der Asylbewerber.
Geplant sei ein Förderprogramm, um Kommunen bei der Schaffung neuer Unterkünfte finanziell zu unterstützen. Es gebe mittlerweile viele Initiativen, wo Anwohner ihren neuen Mitbewohnern zeigten, dass sie willkommen seien.




