Ehemalige Schule in der Ohlauer Straße in Berlin-Kreuzberg (Quelle: dpa)

Streit unter Flüchtlingen - Messerstecherei vor besetzter Schule

Die von Flüchtlingen besetzte ehemalige Schule in Berlin-Kreuzberg kommt nicht zur Ruhe: Erneut wurde ein Mann niedergestochen. Die Polizei musste mit einem Großaufgebot anrücken. Bei dem 39-jährigen Verletzten handelt es sich um einen Flüchtling aus Angola. Ein Mann aus dem Tschad wurde festgenommen.

 

Erneut ist vor einem von Flüchtlingen besetzten Schulgebäude in Berlin-Kreuzberg ein Flüchtling durch Messerstiche schwer verletzt worden. Ein 39 Jahre alter Mann aus Angola wurde am späten Montagabend niedergestochen, wie die Polizei mitteilte.

Als Tatverdächtiger wurde ein 23-Jähriger aus dem Tschad vorläufig festgenommen. Worum es bei dem Streit mit insgesamt fünf Beteiligten an der Ohlauer, Ecke Reichenberger Straße ging, muss noch geklärt werden. Die 5. Mordkommission ermittelt.

Nach bisherigen Erkenntnissen gerieten gegen 22 Uhr fünf Personen in Streit, hieß es. Dabei sei dem 39-jährigen Angolaner in den Oberkörper gestochen worden. Die Streitbeteiligten seien anschließend in das Schulgebäude geflüchtet.

Erst am 14. November war hier ein 20-jähriger Mann aus Afrika durch Messerstiche schwer verletzt worden. Der mutmaßliche, 18 Jahre alte Täter wurde zwei Wochen später ermittelt. Gegen ihn erging Haftbefehl.

Wie vor einem Monat kam die Polizei auch im jüngsten Fall mit einem Großaufgebot von 150 Beamten, die die Schule durchsuchten. Dabei fanden sie ein Messer als mögliches Tatwerkzeug. Während des Polizeieinsatzes versammelten sich etwa 100 Sympathisanten der Flüchtlinge. Sie befürchteten offenbar eine gewaltsame Räumung der besetzten Schule und behinderten teilweise die Arbeit der Polizei.

Seit einem Jahr besetzt

Das Gebäude der früheren Gerhart-Hauptmann-Schule ist seit einem Jahr von Flüchtlingen besetzt. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg duldet dies. In den vergangenen Monaten hatte es hier immer wieder Polizeieinsätze gegeben. Meist ging es dabei aber um Drogen- oder
kleinere Eigentumsdelikte.

Nach früheren Plänen des Bezirks sollte hier ein "Projekthaus" für Flüchtlinge entstehen. Es war auch für die Flüchtlinge gedacht, die das Camp am Oranienplatz nutzen. Wer jetzt in dem Gebäude wohnt, ist ungeklärt. Medien berichteten schon vor Wochen von unhaltbaren hygienischen Verhältnissen.

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