
Hintergründe der Tat noch unklar - Flüchtling mit Stichverletzungen vor besetzter Schule gefunden
In der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg ist es erneut zu einer Gewalttat gekommen. Am Mittwochabend war ein Flüchtling mit Stichverletzungen in Armen und Beinen auf dem Außengelände gefunden worden. Er wurde offenbar Opfer einer Messerattacke.
Ein Flüchtling mit Stichverletzungen ist am Mittwochabend vor der besetzten ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg entdeckt worden. Der 24-Jährige wurde außerhalb des Gebäudes vor der Turnhalle in der Ohlauer Straße gefunden, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Er hatte Stichverletzungen an Armen und Beinen und kam ins Krankenhaus.
Weitere Ermittlungen nicht vor Freitag
In der Nähe der Turnhalle auf dem Gelände der ehemaligen Schule seien Blutspuren gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag rbb online. Ob das aber tatsächlich mit dem verletzten 24-Jährigen zusammenhängt, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen.
Bislang sei eine Person mit einem möglichen Anfangsverdacht überprüft worden, der sich jedoch bislang nicht konkretisiert habe. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann - ebenso wie das Opfer - zu den Bewohnern der Schule gehört. Allerdings seien die Bewohner der Schule nicht offiziell dort gemeldet, deshalb bleibt eine zweifelsfreie Aussage darüber schwierig.
Weitere Ermittlungen sind laut Polizei nicht vor Freitag möglich, da das Opfer vorher nicht vernommen werden könne. Es befindet sich noch immer im Krankenhaus.
Der Verletzte sei von Bewohnern der früheren Schule gefunden worden. Sie hatten dann Polizei und Feuerwehr alarmiert.
Im und rund um die frührere Schule gab es in den letzten Wochen immer wieder Konflikte, an denen Bewohner beteiligt waren. So stürmte ein Spezialeinsatzkommando im November nach einer Messerstecherei unter Flüchtlingen das Gebäude. Ende Januar endete ein Streit unter Bewohnern in der besetzten Ex-Schule ebenfalls mit Gewalt: Ein 41-jähriger Mann wurde dabei mit einem Messer im Gesicht verletzt.
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat immer betont, die Unterkunft sei provisorisch und nur der "absoluten Notsituation" geschuldet.
Mehr als 100 Flüchtlinge hatten Ende 2012 die leerstehende Gerhart-Hauptmann-Schule besetzt, um dort zu schlafen. Inzwischen leben auch Obdachlose und Roma-Familien dort. Der Kreuzberger Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnisgrüne) bezifferte die Gesamtazhl der Bewohner Ende Januar auf inzwischen etwa 200. Genauere Angaben gebe es nicht, die Bewohner verweigerten ihre Daten.
Mehr Sicherheit und Sauberkeit
Nachdem es vielfach Kritik an unhaltbaren hygienischen und sozialen Zuständen in der früheren Gerhard-Hauptmann-Schule gegeben hatte, vereinbarten Bezirk und Flüchtlinge Ende Januar, gemeinsam für mehr Sicherheit und Sauberkeit zu sorgen. Dies war eine Reaktion auf mehr als 40 Polizeieinsätze wegen verschiedener Delikte.




