
Bezirksverordnete stellen sich hinter die Aufnahme von Flüchtlingen - Marzahn-Hellersdorf bekennt sich
Seit Wochen wird über die Unterbringung von Flüchtlingen in einer alten Schule in Berlin-Hellersdorf gestritten. Jetzt hat Marzahn-Hellersdorf Position bezogen: In einer Erklärung bekennt sich der Bezirk zu seiner Verantwortung gegenüber Asylbewerbern. Die Resolution wurde in der Bezirksverordnetenversammlung fast einstimmig angenommen.
"Marzahn-Hellersdorf hilft Menschen in Not – Für eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen in unserem Bezirk" heißt die Erklärung, die am Donnerstag von fast allen Bezirksverordneten verabschiedet wurde. Die einzige Gegenstimme kam von einem fraktionslosen NPD-Politiker, dem einzigen NPD-Mitglied in der Bezirksverordnetenversammlung.
In den vergangenen Wochen hatte es in dem Bezirk immer wieder Streit über die Einrichtung eines neuen Flüchtlingsheims gegeben. Vielfach protestierten Mitglieder rechtsextremer Parteien gegen die Notunterkunft in der Carola-Neher-Straße, auch einzelne Anwohner gingen auf die Straße.
Flüchtlinge werden willkommen geheißen
Die Resolution stellt sich nun deutlich hinter die Aufnahme der Asylbewerber in dem Bezirk. "Marzahn-Hellersdorf bekennt sich zur gemeinsamen Verantwortung, Flüchtlingen und Asylsuchenden eine sichere Unterbringung zu ermöglichen", heißt es. „Wir heißen Flüchtlinge in unserem Bezirk willkommen!“
Zugleich geht die Erklärung auch auf die Sorgen und Ängste der Anwohner des neuen Heimes ein und verurteilt deren Vereinnahmung durch Rechtsextreme. Die BVV unterstütze das Dialogangebot des Bezirksamtes, um gezielt mit der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen, konkret zu informieren, Befürchtungen aufzunehmen und Verunsicherung abzubauen. Rassistischen und menschenverachtenden Einstellungen würden die Verordneten weiterhin entschieden entgegen treten.
Festival gegen Rechtsextremismus
Am Freitag war beim Jugendfestival "DiveRcity" HipHop, Reggae, Dancehall und Soul zu hören. Als Hauptkünstler wurde der deutschsprachige Reggae- und HipHop-Künstler Nosliw erwartet. Er ist für politisch engagierte Texte bekannt, die soziale Missstände in den Blick nehmen. Am Samstag folgt ein weiteres Fest, dann unter dem Motto "Schöner leben ohne Nazis".




