
Menschenkette für Flüchtlinge in Berlin-Hellersdorf - "Der unglaublichen Unterstützung ein Bild verleihen"
Seit Monaten stand der Berliner Bezirk Hellersdorf in den Negativ-Schlagzeilen. Nach anfänglichen Protesten um das neu eingerichtete Flüchtlingsheim hat sich das Blatt mittlerweile zum Positiven gewendet: Hunderte Menschen haben am Samstag ihre Solidarität mit den Flüchtlingen bekundet und Sachspenden wie Kleidung oder Spielzeug über eine Menschenkette zum Heim transportiert.
Mehr als 250 Menschen haben am Samstag in Berlin-Hellersdorf gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Sie bildeten eine Menschenkette von einem Kilometer Länge, die vom Alice-Salomon-Platz bis zu dem Flüchtlingsheim in der Carola-Neher-Straße reichte.
Das Bündnis "Hellersdorf hilft" wollte sich mit dieser Aktion solidarisch mit den Flüchtlingen zeigen und andere ermutigen, sich für Menschen in Not einzusetzen.

Über 220 Kartons mit Sachspenden
In den Paketen seien vor allem Kleidung, Küchenutensilien und Spielzeug gewesen, sagte der Sprecher der Gruppe, Stephan Jung. Auch einige größere Gegenstände wie Kinderwagen oder Fahrräder wurden über die Kette vom Cottbusser Platz aus in Richtung Flüchtlingsheim gereicht.
Einige der Teilnehmer der Menschenkette forderten zugleich eine andere Asylpolitik, wie in etwa eine Ende des Arbeitsverbots für Asylbewerber und ein Recht auf eine eigene Wohnung für die Flüchtlinge. Es sei wichtig ein Zeichen zu setzen, sagte Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau dem rbb, die auch zu den Demonstranten gehörte.

Wie einer der Organisatoren dem rbb zuvor sagte, wurden in den vergangenen Wochen über 220 Kartons mit Sachspenden gesammelt. Mit der Aktion wolle man der "unglaublichen Unterstützung ein Bild verleihen".
Seit Monaten gibt es Streit um das neu eingerichtete Heim an der Carola-Neher-Straße in Hellersdorf. Vor allem Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan haben hier eine Bleibe gefunden. Die rechtsextreme NPD protestierte dagegen und machte Stimmung unter den Anwohnern. Andere Bürger und linke Gruppen gingen dagegen immer wieder auf die Straße.



