Menschen protestieren in Berlin-Neukölln gegen einen NPD-Aufzug (Quelle: dpa)

Streit um neue Flüchtlingsunterkunft - 200 Menschen protestieren gegen NPD-Aufmarsch in Neukölln

In der kommenden Woche soll im Berliner Bezirk Neukölln ein Flüchtlingsheim für 400 Menschen eröffnet werden. Wie bereits in Hellersdorf hatte die rechtsextreme NPD zu Protesten gegen die Unterkunft für Asylbewerber aufgerufen. Am Samstag demonstrierten einige ihrer Anhänger nahe dem geplanten Heim - doch viel mehr Berliner wandten sich gegen die rechte Stimmungsmache.

Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in Berlin gegen Kundgebungen der rechtsextremen NPD protestiert. Am Vormittag demonstrierten etwa 200 Teilnehmer im Bezirk Neukölln gegen eine Veranstaltung der Partei in der unmittelbaren Nähe einer neuen Flüchtlingsunterkunft. In der kommenden Woche soll in der Späthstraße ein Heim mit Platz für 400 Menschen eröffnet werden.

Die Demonstranten warben dafür, nicht Flüchtlinge, sondern Ursachen von Flucht zu bekämpfen. Zu der zeitgleich geplanten Veranstaltung der rechtsextremen Partei kamen nach Polizeiangaben weniger als 20 Teilnehmer. Die Situation in Neukölln sei ruhig geblieben, hieß es von Seiten der Polizei.

Ein Teilnehmer einer NPD-Kundgebung zeigt am 01.03.2014 in Berlin ein Schild mit der Aufschrift "Asyl-Flut stoppen" (Quelle: dpa)
NPD-Anhänger protestieren in Neukölln

Festnahmen bei früherer Demonstration

Von Neukölln aus fuhren die NPD-Anhänger anlässlich des Europawahlkampfs zu weiteren Kundgebungen im Stadtgebiet. In der Bismarckstraße in Charlottenburg trafen sie erneut auf
Gegendemonstranten. Die Linkspartei hatte zum Protest aufgerufen. Etwa 80 Teilnehmer äußerten ihren Unmut über die Rechtsextremen. Die Polizei stellte die Personalien von sieben Demonstranten fest.

Am Mittwoch war es beim Aufeinandertreffen von NPD-Anhängern und Gegendemonstranten zu Handgreiflichkeiten gekommen. Die Polizei nahm sechs Menschen fest. Gegendemonstranten hatten Rechtsextreme unter anderem mit Tomaten, Eiern und Pyrotechnik beworfen.

Im vergangenen Jahr war es bei wiederholten Protesten von Neonazis und Gegendemonstranten vor einer Unterkunft in Hellersdorf zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern gekommen.

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