
Protest bei Infoveranstaltung - Neonazis machen Stimmung gegen Flüchtlingsheim in Pätz
Die Szenen ähnelten sich: Die rechte Szene hat bei einem Informationsabend in Bestensee-Pätz lautstark gegen die geplante Unterkunft für Asylbewerber protestiert - so wie im Sommer in Berlin-Hellersdorf. Doch während sich in Hellersdorf viele Anwohner der Neonazi-Meinung anschlossen, gab es in Pätz Widerstand.
Das geplante Flüchtlingsheim in Bestensee-Pätz (Dahme-Spreewald) bleibt umstritten. Am Rande einer Informationsveranstaltung für die Anwohner demonstrierte am Donnerstagabend die rechtsextreme NPD gegen die Einrichtung einer Übergangsunterkunft für Asylbewerber im Technologie- und Bildungszentrum. Gleichzeitig fand eine Gegenkundgebung statt, zu der Kommunalpolitiker mehrerer Parteien aufgerufen hatten.
Landrat Stephan Loge (SPD) sagte dem rbb, man habe den Neonazis deutlich gemacht, dass für sie kein Platz sei. Dutzende Polizisten sicherten die Informationsveranstaltung und hinderten Rechte daran, das Gelände zu betreten. Offenbar waren viele Rechte aus Berlin angereist.

Zu der Informationsveranstaltung in der Mensa des Technologie- und Bildungszentrums waren etwa 250 Anwohner gekommen. Die rechte Szene war auch hier vertreten: Wie Teilnehmer dem rbb schilderten, war die Stimmung zeitweise aufgeheizt. Rechte hätten sich lautstark und unsachlich gegen das geplante Flüchtlingsheim gewandt.
Unterkunft für 150 Asylbewerber
Der Protest richtet sich gegen den Plan, in dem Zentrum ab 2014 etwa 150 Asylbewerber unterzubringen. Sie sollen dort befristet wohnen - bis das Hauptgebäude des Asylbewerberheims im nahen Waßmannsdorf saniert ist. Dort stehen momentan nicht genug Plätze für die Flüchtlinge zur Verfügung, die zusätzlich aufgenommen werden sollen. Der Vertrag über die Nutzung des Technologie- und Bildungszentrums Pätz als Flüchtlingsheim ist aber noch nicht unterschrieben.

