Die beschädigte Eingangstür eines Flüchtlingsheimes in Berlin-Hellersdorf, aufgenommen am 02.01.2014. Unbekannte hatten in der Silvesternacht Knallkörper mit Klebeband an der Glastür befestigt und gezündet. (Quelle: dpa)

Polizei hat noch keine heiße Spur - Knallkörper gegen Hellersdorfer Flüchtlingsheim

Die Täter arbeiteten mit Klebeband und gleich mit mehreren Silvesterknallkörpern: Beobachtet von Angestellten eines Asylbewerberheims in Berlin-Hellersdorf haben Unbekannte Knallerbatterien an die Türen im Eingangsbereich montiert und gezündet. Nun ermittelt der Staatsschutz. Entscheidende Hinweise auf die Täter gibt es noch nicht.

Die Berliner Polizei sucht weiter nach den Unbekannten, die mit Böllern das bundesweit in die Schlagzeilen geratene Flüchtlingsheim in Hellersdorf beschädigt haben. Es gebe noch keine entscheidenden Hinweise, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Der polizeiliche Staatsschutz hatte die Ermittlungen übernommen, weil ein politisches Motiv der Tat nicht ausgeschlossen ist.

In der Silvesternacht gingen durch die Detonation der Knallkörper Glasscheiben an zwei Türflügeln der Unterkunft in der Carola-Neher-Straße zu Bruch. Menschen wurden nicht verletzt. Wenig
später entdeckten zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in der Maxi-Wander-Straße an einem noch leerstehenden Nebengebäude ebenfalls eine geborstene Glasscheibe der Eingangstür. Auch hier waren laut Polizei Knallkörper mit Klebeband an der Glastür befestigt und gezündet worden.
Laut Polizei hatten die beiden Sicherheitsleute gegen 1.20 Uhr zwei schwarz gekleidete Personen gesehen, als diese an der Eingangstür des Heimes Böller befestigten und zündeten. Die
Mitarbeiter seien bereits befragt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Gegen das Flüchtlingsheim in der Carola-Neher-Straße hatte es im vergangenen Sommer massive Proteste von Anwohnern gegeben. Gleichzeitig formierte sich eine Bewegung, die die Unterbringung der Flüchtlinge begrüßte.

Mehr zum Thema

Ein Mann und eine Frau reichen sich auf eine Menschenkette verteilt einen Karton mit der Aufschrift "22859 Menschen begrüßen die Asylbewerber in der Carola-Neher-Straße". (Bild dpa)

Räume für 400 Menschen - Hellersdorfer Flüchtlinge ziehen um in saniertes Heim

Während Kreuzberg zeigt, wie schwierig die Debatte über die Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin sein kann, beweist Hellersdorf, wie gut es am Ende klappen kann: Erst schlagen Bürger mit vereinten Kräften hetzende Neonazis zurück, dann organisieren sie im großen Stil Spenden und nun können die Flüchtlinge auch noch ein saniertes Heim beziehen.