Die Flüchtlinge vom Brandenburger Tor sind vorübergehend in einem Gebäude der evangelischen Heilig-Kreuz-Passions-Gemeinde im Stadtteil Kreuzberg untergekommen (Quelle: imago)

Objekt sofort bezugsfertig - Wohnungen für Flüchtlinge in Berlin gefunden

Für die Flüchtlinge, die im Oktober vor dem Brandenburger Tor in den Hunger- und Durststreik getraten waren, scheint eine Lösung in Sicht: Laut Caritas ist eine feste Unterkunft gefunden worden - welche genau, wurde jedoch nicht gesagt.

Für die 25 Flüchtlinge, die im Oktober vor dem Brandenburger Tor mit einem Hungerstreik gegen das deutsche Asylrecht protestiert hatten, soll es eine feste Unterkunft geben. Wohnungen in einer Immobilie der Aachener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft könnten sofort bezogen werden und stünden zunächst bis Ende Januar zur Verfügung, sagte die Direktorin des Berliner Caritasverbandes, Ulrike Kostka, am Donnerstag. Die Wohnungen seien von den Betroffenen bereits besichtigt worden.

Kostka geht davon aus, dass die Kosten über die von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) zugesagten Gelder aus der Kältehilfe beglichen werden können. Die Unterkunft soll von Caritas und Diakonie gemeinsam betrieben werden. Über den Standort wollte Kostka noch keine Angaben machen. Zunächst müssten die Mieter des Gebäudes informiert werden.

Es handele sich aber nicht um den Gebäudekomplex der Wohnungsgesellschaft in der Harzer Straße im Stadtteil Neukölln. Dort hat das katholische Unternehmen ein preisgekröntes Projekt für Roma-Familien entwickelt.

Ein Flüchtling wird am 15.10.2013 in Berlin auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor von Rettungskräften in einer Trage abtransportiert (Quelle: dpa)
Die Flüchtlinge mussten medizinisch versorgt werden.

Elf Tage lang im Hungerstreik

Das nun gefundene Objekt soll den 25 Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden, die vom 9. bis 20. Oktober vor dem Brandenburger Tor in einen Hungerstreik - und später auch Durststreik - getreten waren. Mit der Aktion wollten die Flüchtlinge eine Klärung ihrer teilweise schon monatelang schwebenden Asylverfahren und grundsätzliche Änderungen am deutschen Asylrecht erreichen.

Nach einem Gespräch mit Vertretern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und der Berliner Sozialsenatorin Dilek Kolat (SPD) unterbrachen sie ihren Hungerstreik für zunächst drei Monate. Sie leben zurzeit in einem Obdachlosenprojekt der Heilig-Kreuz-Passion-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg.

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