Hof eines Altbaus in Berlin

Wohnungen bis Ende Januar - Neue Unterkunft für Flüchtlinge vom Brandenburger Tor

Zehn Tage hat eine Gruppe von Flüchtlingen am Brandenburger Tor campiert und mit einem Hungerstreik für Aufsehen gesorgt. Ihr Ziel: Anstoß einer Debatte über die deutsche Asylpolitik. Als Übergangslösung wurden sie vor fast zwei Wochen in Räumen der evangelischen Kirche in Kreuzberg untergebracht. Nun bekommen sie vorerst eine neue Bleibe.

Die 25 Flüchtlinge, die nach ihrem Protest am Brandenburger Tor in den Räumen einer Kreuzberger Gemeinde leben, sollen in eine neue Unterkunft ziehen. Ihnen werden bis Ende Januar insgesamt sechs Wohnungen in einem Wohnhaus der katholischen Aachener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft zur Verfügung gestellt, sagte der Sprecher des Berliner Caritasverbandes, Thomas Gleißner, am Montag.

Wo sich die Immobilie befindet, wollte er aus Rücksicht auf die Flüchtlinge und die übrigen Mieter des Hauses nicht sagen. Derzeit ist die Gruppe in einem Gebäude der evangelischen Heilig-Kreuz-Passion-Gemeinde untergebracht. Ab Dienstag sollen die neuen Räume bereit stehen.

Unterstützerkreis begleitet die Flüchtlinge weiter

Die Begleitung der Flüchtlinge durch einen Unterstützerkreis sei aber weiter gesichert, hieß es von Seiten der Caritas. Mögliche Versammlungen sollen dann an einem anderen Ort und nicht in dem Wohnhaus stattfinden.

Bevor die 25 Aktivisten in Räumen der evangelischen Kirchengemeinden untergekommen waren, hatten sie vom 9. bis 20. Oktober vor dem Brandenburger Tor mit einem Hungerstreik- und später auch Durststreik für eine andere Asylpolitik in Deutschland demonstriert. Der Protest hatte für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt, weil die Aktivisten während der Aktion sehr geschwächt waren und Sanitäter und Ärzte mehrfach eingreifen mussten.

Nach einem Gespräch mit Vertretern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und der Berliner Sozialsenatorin Dilek Kolat (SPD) unterbrachen sie ihren Hungerstreik vorläufig bis Ende Januar. Bis dahin haben sie zunächst auch das Wohnrecht in der neuen Unterkunft, hieß es.

Gelder sollen Kältehilfeetat nicht belasten

Mit Blick auf den von Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) zugesagten Kostenzuschuss hatte die Direktorin des Caritasverbandes, Ulrike Kostka, bereits in der vergangenen Woche gefordert, dass die Gelder nicht aus der Kältehilfe für  Obdachloseneinrichtungen beglichen werden dürften.

Die katholische Aachener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft ist unter anderem durch ein preisgekröntes Wohnprojekt für mehrere hundert Roma in Berlin-Neukölln bekanntgeworden. Bei der Unterkunft für die Flüchtlinge soll es sich aber um ein anderes Objekt handeln.

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