Beste Entwürfe für Berliner Landesbibliothek gekürt - Die Sieger sind vorerst zu zweit
Die Entscheidung war sichtlich nicht einfach: Die Jury des Architekturwettbewerbs für die neue Berliner Landesbibliothek hat sich am Mittwoch für zwei 1. Preise entschieden. Nun müssen die beiden Architekturbüros ihre Entwürfe noch einmal überarbeiten, dann wird endgültig entschieden. Berlins größte Lese- und Lernfabrik hat aber noch immer entschiedene Gegner.
Der Architektenwettbewerb für die neue Berliner Landesbibliothek ist entschieden - zumindest fast. Am Mittwoch hat die internationale Jury sich für zwei 1. Preise entschieden. Im Rahmen einer Überarbeitung der beiden Entwürfe werde nun entschieden, welches Projekt realisiert wird, so die zuständige Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Das wird allerdings erst im kommenden Frühjahr sein.
Lüscher zeigte sich begeistert über die Entscheidung der Jury: "Beide Entwürfe sind offene, einladende Häuser. Der eine ist im höchsten Maße ikonografisch und hat eine große Symbolkraft an diesem Ort, der andere bietet eine Art offene Werkstatt."
Den europaweiten Wettbewerb hatte die Senatsverwaltung für Stadentwicklung bereits im August 2013 ausgelobt, die Jury entschied sich nun nach zweitägiger Sitzung für die beiden Siegerentwürfe aus der Schweiz und aus Süddeutschland. Überraschend war besonders der Erfolg der jungen Bewerber Sarah Miebach und Rico Oberholzer aus Zürich. Außerdem erreichten Regina Kohlmayer und Jens Oberst aus Stuttgart den ersten Platz.

Bebauung des Tempelhofer Feldes umstritten
Der Neubau der Zentral- und Landesbibliothek ist auf der südwestlichen Randzone des ehemaligen Flughafens Tempelhof geplant. Auf einer Nutzfläche von rund 51.000 Quadratmetern sollen hier täglich rund 10.000 Menschen lesen und forschen können. Als Kosten sind bisher 270 Millionen Euro veranschlagt. Der Baubeginn ist für 2016 geplant, 2021 soll die Bibliothek dann fertig sein.
Bisher ist die Zentral- und Landesbibliothek auf drei Standorte verteilt, der Neubau soll nun ein architektonischer Blickfang werden. "Durch eine ambitionierte Architektur soll der Neubau den Standort städtebaulich unverwechselbar prägen", heißt es in einer Mitteilung der Senatsverwaltung.
Die Berliner Abgeordnete Antje Kapek (Grüne) kritisierte dagegen die Pläne für einen Neubau: "Wir haben genug Bestandsgebäude, die man ganz hervorragend für eine Bibliotheksnutzung heranziehen könnte", so Kapek im rbb.
Auch der Initiative "100% Tempelhofer Feld" wäre es lieber, wenn der Blick auf das Tempelhofer Feld weiterhin so unverstellt bliebe wie heute. Die Akitvisten sammeln seit September Unterschriften für ein Volksbegehren gegen die Randbebauung des Feldes. Zusätzlich zur neuen Landesbibliothek sollen dort Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Bis zum 13. Januar haben sie noch Zeit, um die erforderlichen 173.855 Unterschriften zusammenzubekommen. Anfang Dezember fehlte ihnen allerdings noch mehr als die Hälfte.





