
Neubaupläne im alten Flughafen - Bibliotheks-Entwürfe werden in Tempelhof ausgestellt
Noch steht nach dem erfolgreichen Volksbegehren nicht fest, ob das Tempelhofer Feld überhaupt bebaut wird. Doch einen Wettbewerb für die Berliner Zentral- und Landesbibliothek, die dort entstehen soll, hat es schon gegeben, und es wurden zwei Sieger gekürt. Nun werden die 40 Entwürfe im früheren Flughafen-Gebäude gezeigt.
Die Entwürfe für den Neubau der Berliner Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) werden in einer Ausstellung im ehemaligen Flughafen Tempelhof gezeigt. Die Schau wurde am Dienstagabend eröffnet. Von Mittwoch an sind die 40 Wettbewerbsbeiträge bis Ende Februar öffentlich zu sehen. Der endgültige Gewinner steht noch nicht fest.
Die internationale Jury hatte sich zunächst für zwei erste Preise entschieden. Sie gingen an die Architekten Sarah Miebach und Rico Oberholzer aus Zürich sowie die Stuttgarter Regina Kohlmayer und Jens Oberst. Vor einer endgültigen Entscheidung sollen sie ihre Entwürfe noch einmal überarbeiten.
Bisher ist die Zentral- und Landesbibliothek auf drei Standorte verteilt, der Neubau ist auf der südwestlichen Randzone des ehemaligen Flughafens Tempelhof geplant. Auf einer Nutzfläche von rund 51.000 Quadratmetern sollen hier täglich rund 10.000 Menschen lesen und forschen können. Als Kosten sind bisher 270 Millionen Euro veranschlagt. Der Baubeginn ist für 2016 geplant, 2021 soll die Bibliothek dann fertig sein.

Bebauung des Tempelhofer Feldes umstritten
Die Pläne könnten aber noch gekippt werden. Denn voraussichtlich wird es über eine Bebauung des Tempelhofer Feldes bis Ende Mai zunächst einen Volksentscheid geben. Die Initiative "100% Tempelhofer Feld" hat rund 185.000 gültige Stimmen gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes gesammelt.
Architektin Regina Kohlmayer zeigte Verständnis für die Kritik der Bebauungsgegner. Sie könne es in gewissen Maßen nachvollziehen, dass es Bürger gebe, die an dem Bestand hängen, sagte sie in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe). "Letztendlich ist es Aufgabe der Politik, die Menschen von den Planungen zu überzeugen."




