
Koalition sucht Bürgernähe - Bürgergutachten zum Tempelhofer Feld präsentiert
Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hat am Freitag ein Bürgergutachten zur Entwicklung des Tempelhofer Felds entgegengenommen. Darin sprechen sich die Beteiligten unter anderem für eine aufgelockerte Wohnbebauung, ein sozial gemischtes Quartier und Verkehrsberuhigung aus. Müller betonte, das Gutachten zeige, dass man es mit der Bürgerbeteiligung ernst meine.
Rund 70 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürger haben Ende vergangenen Jahres zwei Tage zusammengesessen und sich mit den Senatsplanungen für das neue Stadtviertel am Südrand des Tempelhofer Felds auseinandergesetzt. Das Ergebnis auf 52 Seiten liegt nun vor und wurde am Freitag an Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) überreicht.
Gastronomie und öffentliche Einrichtungen
Bürger aus ganz Berlin hatten die Ideen in einem Workshop entwickelt. Sie wünschen sich beispielsweise, vor allem Wohnungen auf dem Areal zu bauen - und nur wenig Gewerbe anzusiedeln. Außerdem solle das Quartier sozial gemischt und nicht zu dicht bebaut werden. Wichtig fanden die Teilnehmer auch, dass in dem neuen Kiez Gastronomie wie öffentliche Einrichtungen ihren Platz finden. Für Müller belegt das Gutachten, dass der Senat es mit der Bürgerbeteiligung ernst meint, erklärte der Stadtentwicklungssenator.
Kein "Gutachten"
Eine Teilnehmerin kritisierte jedoch den Begriff "Gutachten". Der erwecke den Eindruck, als hätten sich die Bürger lange und grundsätzlich mit den Plänen beschäftigt. Dafür habe aber die Zeit nicht gereicht. Müller versprach, die Bürgerempfehlungen in die weiteren Pläne einfließen zu lassen. Zunächst stimmen die Berliner aber beim Volksentscheid am 25. Mai darüber ab, ob überhaupt auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen gebaut werden soll.


