Bauzäune neben dem Gelände auf dem Tempelhofer Feld, auf dem eigentlich ein Wasserbecken entstehen sollte (Quelle: dpa)

Thema kommt auf Parteitags-Agenda - Grüne und Linke jetzt klar gegen Tempelhof-Bebauung

Die Berliner Linken und Grünen wollen beim Volksentscheid zum Tempelhofer Feld die Initiative gegen die Bebauung unterstützen. Beide Vorstände haben das Thema ganz oben auf ihre Agenda für die kommenden Parteitage gesetzt. Das Motto bei beiden Parteien lautet: lieber gar nichts bauen, als das Falsche.

Die Gegner einer Bebauung des Tempelhofer Felds werden zahlreicher. Nachdem die Piratenfraktion bereits zur Unterstützung der Bürgerinitiative am 25. Mai aufgerufen hatte, haben sich nun auch die Berliner Linken und Grünen gegen den Gesetzentwurf der rot-schwarzen Koalition ausgesprochen.

Ein Kind steht mit seinem Rad auf der früheren Landebahn des Tempelhofer Flughafens (Quelle: imago)
Nichts als Platz - Grüne, Linke und Piraten sind jetzt geschlossen für die Bürgerinitiative.

Nach dem Urnengang mit den Bürgern reden

Die Parteivorstände beider Parteien setzten Dringlichkeitsanträge auf die Tagesordnungen ihrer nächsten Parteitage. In einem am Mittwoch veröffentlichten Papier der Linken heißt es, vor die Wahl gestellt, entweder dem Gesetzentwurf der Initiative "100% Tempelhofer Feld" oder dem Gesetzentwurf der Koalition oder keinem von beidem zuzustimmen, "entscheiden wir uns für den Vorschlag der Initiative".

Nach Ansicht der Linken solle nach dem Volksentscheid mit den Bürgern neu über die Entwicklung des ehemaligen Flughafen-Geländes geredet werden. Denn wenn die Pläne des Senats erstmal in Beton gegossen seien, habe sich jede Option erledigt, über das Feld neu nachzudenken.

Parteitage stimmen ab

Auch die Grünenspitze hat sich bereits dafür entschieden, sich auf die Seite der Bürgerinitiative zu schlagen. Dort heißt es: "Es ist besser, wenn auf dem Feld erst einmal nichts gebaut wird als das Falsche". Die Grünen-Delegierten stimmen am Sonnabend über den Antrag ab. Die Linken eine Woche später.

Der rot-schwarze Senat hatte am Dienstag seine Stellungnahme zum Volksentscheid formuliert. Darin verspricht die Landesregierung, dass rund 230 Hektar Freifläche auf dem Tempelhofer Feld erhalten bleiben. Zugleich hält sie aber an der Bebauung des Geländes an den Rändern mit Wohnhäusern fest.

Die Initiative "100 % Tempelhofer Feld" ist komplett gegen eine Bebauung des Geländes. Grüne und Linke sind eigentlich dafür, dass an den Rändern gebaut wird. Sie halten aber Pläne der Koalition für überdimensioniert und unsozial.