
Yzer will High-Tech, Müller Wohnungen - Rot-Schwarz sucht Richtung für Tempelhof-Pläne
Die Zukunft des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof ist unklar. Wirtschaftssenatorin Yzer hat nun ihre Vorschläge für eine Bebauung vorgestellt - die Bausenator Müller sofort abschwächte.
Müller sagte am Sonntagabend im rbb, der klare Schwerpunkt in Tempelhof werde die große freie Fläche und das Thema Wohnen sein. Es werde auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens sicher auch Gewerbeansiedlungen geben, aber keinen Produktionsstandort.
Müller reagierte damit auf Aussagen von Wirtschafssenatorin Cornelia Yzer (CDU). Sie hatte zuvor einen Vorstoß für eine andere Nutzung des früheren Flughafens Tempelhof unternommen: eine "Modellstadt für moderne Technologien" solle auf dem Areal entstehen. Neue Technologien für Energie, Bauen und Verkehr sollten zum Einsatz kommen, sagte Cornelia Yzer (CDU) der "Berliner Morgenpost".
Die sei kein Widerspruch zu den bisherigen Plänen, so Müller. Im Senat werde über die Zukunft des Tempelhofer Feldes diskutiert und dabei spiele auch die Nutzung modernen Technologien eine Rolle oder das Thema aufofreies Wohnen.
Das Land solle intensiv um entsprechende Investoren werben, forderte Yzer. Unternehmen aus den Branchen Energie, IT und Mobilität zeigten bereits Interesse an Berliner Standorten. Ihnen solle man Angebote in Tempelhof machen, aber auch in Adlershof oder im Clean-Tech-Park Marzahn.
Konkretere Angaben über mögliche Bauprojekte machte Yzer nicht.

Angeblich breite Zustimmung
Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD), der selbst Tempelhofer ist und bisher stark die Randbebauung befürwortet hatte, sei in die Pläne eingeweiht, sagte Yzer der Zeitung. Beide Politiker sitzen im Aufsichtsrat der landeseigenen "Tempelhof Projekt GmbH“, die das Gelände in den nächsten Jahren entwickeln soll. Dort sei man sich "sehr einig“, so Yzer.

Widerstand aus der Bevölkerung zu erwarten
Doch selbst gegen diese Pläne regt sich Widerstand. Die Initaitve „100 Prozent Tempelhofer Feld“ sammelt derzeit Unterschriften für ein Volksbegehren, damit die Freifläche so bleibt, wie sie ist. Aus der Sicht der Initiative hat das Feld des früheren Flughafens in seiner Gesamtheit einen einmaligen Wert. Nach Darstellung der Aktivisten ist das Interesse an ihrer Unterschriftensammlung sehr groß.
Der Flugbetrieb am innerstädtischen Airport Tempelhof ist seit 2008 eingestellt.

