Blick von Westen auf das Wohn- und Bildungsquartier am Tempelhofer Damm (Quelle: Tempelhof Projekt GmbH, www.tempelhoferfreiheit.de")

Zehntausende Unterschriften fehlen - Volksbegehren zum Tempelhofer Feld droht zu scheitern

Zweieinhalb Wochen vor dem Ende des Volksbegehrens zur Zukunft des Tempelhofer Feldes fehlen noch zehntausende Unterschriften. Bis zum 13. Januar müssen 174.000 gültige Unterschriften zusammenkommen. Sollte das nicht gelingen, würde der geplante Volksentscheid nicht stattfinden.

Es fehlen noch immer etwa 77.000 Stimmen, damit das Volksbegehren Tempelhofer Feld ein Erfolg wird. Sollten diese bis zum 13. Januar 2014 nicht zusammenkommen, würde überhaupt kein Volksentscheid über die zukünftige Randbebauung des Tempelhofer Feldes stattfinden. Und danach sieht es derzeit aus. Vor Weihnachten kamen lediglich 107.500 Stimmen zusammen, allerdings seien davon mindestens 10.000 ungültig, teilte die Initiative "Volksbegehren für das Tempelhofer Feld" am Freitag mit. Allein im Dezember waren von 30.815 abgegebenen Stimmen über 4.000 Stimmen ungültig.

Zum Vergleich: Die Initiatoren des 2013 gescheiterten Volksbegehrens zur Berliner Energieversorgung hatten deutlich mehr Zulauf. Das notwendige Quorum von sieben Prozent der Wahlberechtigten hatten die Aktivisten des "Energietisches" überschritten - 227.748 Berliner hatten sich an der Unterschriftenaktion beteiligt, etwa 50.000 mehr als nötig.

Senat will Freifläche in der Feldmitte erhalten

Die Meinungen der Berliner über die Entwicklung des ehemaligen Flugfeldes und die geplanten Randbebauung gehen auseinander. Die einen wollen, dass "ihr" Feld gar nicht angerührt wird. Dazu zählt auch die Bürgerinitiative - sie befürchtet, dass die geplante Randbebauung nur der Anfang für eine langfristige Entwicklung eines neuen Stadtteils auf dem Tempelhofer Feld ist.

Die anderen beklagen eher, dass das Feld vor allem im Winter überhaupt nicht genutzt wird. Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) kritisiert deshalb auch wiederholt die Bürgerinitiative. Müller wirft den Initiatoren vor, falsche Behauptungen zu verbreiten. Es stimme nicht, dass die Stadt das gesamte Feld bebauen wolle. Lediglich an den Rändern sollen Wohnungen und Bildungseinrichtungen entstehen. Die große Freifläche in der Mitte soll erhalten bleiben.

Zudem soll nach den Plänen des rot-schwarzen Senats ein riesiger künstlicher See entstehen. Und auch der sorgte bereits für Kritik. So hat der Umweltverband BUND Klage eingereicht, weil er meint, dass die Baugenehmigung für das Becken gegen bestehendes Umweltrecht verstößt.

Mehr zum Thema

Tempelhofer Feld (Foto: rbb/Karo Krämer)

Volksbegehren zum Tempelhofer Feld - Rund 100.000 Unterschriften fehlen

Sie wollen, dass das Tempelhofer Feld unbebaut bleibt - aber mit den Unterschriften zu einem Volksbegehren gegen die Bebauung liegen die Aktivisten des Bündnisses "100% Tempelhofer Feld" noch immer weit zurück. Einen Monat vor dem Ende der Frist haben sie etwa 80.000 Unterschriften gesammelt. Nötig aber wären rund 174.000 gültige Stimmen.