
Senat legt 25. Mai als Termin fest - Volksentscheid zum Tempelhofer Feld am Tag der Europawahl
Der Termin für die Abstimmung für den Berliner Volksentscheid zum Tempelhofer Feld steht fest. Die Abstimmung findet am 25. Mai statt, dem Tag der Europawahl. Damit hat der Senat dem Wunsch der Initiative "100 Prozent Tempelhofer Feld" entsprochen, die sich von dem Termin eine hohe Wahlbeteiligung erhofft.
Die Berliner können am Tag der Europawahl auch über die Bebauung auf dem Tempelhofer Feld abstimmen. Der rot-schwarze Senat legte am Dienstag den 25. Mai als Termin für den Volksentscheid fest.
Die Initiatoren des erfolgreichen Volksbegehrens hatten auf diesen Termin gehofft, weil dann die Beteiligung hoch sein dürfte. "Mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten müssen mit Ja abstimmen und zusätzlich die absolute Mehrheit", erklärte Felix Herzog, Vorstand der der Bürgerinitiative "100% Tempelhofer Feld", gegenüber rbb online. Er erwartet ein knappes Ergebniss. "Es muss fast halb Berlin abstimmen, um beide Bedingungen zu erfüllen. Da eignet es sich perfekt, an einem Wahltag den Volksentscheid zu veranstalten", sagte Herzog.
Beim Volksentscheid zum Thema Stadtwerke hatte sich der Senat dagegen entschieden, die Abstimmung gleichzeitig mit der Bundestagswahl stattfinden zu lassen und stattdessen einen separaten Wahltag festgelegt. Der Entscheid war schließlich knapp am Quorum gescheitert.

Freies Feld oder Randbebauung?
Die Initiatoren des Volksbegehrens zum Tempelhofer Feld wollen jegliche Bebauung des Areals verhindern. Sie argumentieren, dass das Feld als Erholungsgebiet und wegen seiner kulturhistorischen Bedeutung erhalten werden müsse.
Der Senat hingegen plant, das Areal am Rand bebauen zu lassen - unter anderem, um günstige Mietwohnungen zu schaffen. Auch Büroflächen und ein Neubau für die Berliner Zentral- und Landesbibliothek sollen dort entstehen. Den Plänen zufolge soll die zentrale Grünflüche - das sind rund 80 Prozent des Geländes - erhalten bleiben.
Heute misst das Areal 386 Hektar. Zum Vergleich: Der Große Tiergarten, die zweitgrößte Grünfläche Berlins, ist 207 Hektar groß. Das ist in etwa die Fläche, die nach den Senatsplänen in der Mitte des Tempelhofer Feldes frei bleiben soll.
Die Bürgerinitiative hatte bis Ende Januar mehr als 185.000 gültige Unterschriften gegen eine Bebauung des Tempelhofer Fedles zusammengetragen und so den Volksentscheid möglich gemacht. Nach der Unterschriftensammlung war ein heftiger Streit um die Auszählung entbrannt, weil die Stimmen in den Bezirken unterschiedlich gewertet wurden.




