Humboldt Universität Berliner, Quelle: imago stock&people
Video: Abendschau | 31.10.2016 | Boris Hermel

Koalitionsgespräche in Berlin - Rot-Rot-Grün will Hochschulen mehr Geld geben

Mehr Geld für die Berliner Hochschulen und konkrete Zielvorgaben für die Unis - das ist das Ergebnis der siebten Verhandlungsrunde bei den Koalitionsgesprächen in Berlin. Die jährlichen Aufwendungen für die Hochschulen sollen aufgestockt werden. Diese sollen im Gegenzug unter anderem mehr Lehrer ausbilden.

SPD, Linke und Grüne wollen den Hochschulen in Berlin künftig mehr Geld geben. Man habe sich darauf geeinigt, dass die Steuermittel, die in die Uni-Etats fließen, pro Jahr um 3,5 Prozent steigen sollen.

Berliner Unis sollen mehr Lehrer ausbilden

Das bedeute ein Plus von 36 bis 40 Millionen Euro im Jahr, sagten die Wissenschaftsexperten der potenziellen Koalitionspartner am Montag
nach der siebten Verhandlungsrunde. Bisher bekommen die Hochschulen rund eine Milliarde Euro, mit einer jährlichen Steigerung von 3,2 Prozent.

Als Gegenleistung müssten mehr Studienplätze geschaffen werden; die Absolventenzahlen sollen steigen, betonten SPD, Linke und Grüne. Unter anderem sollen jedes Jahr 2.000 neue Lehrer fertig ausgebildet werden - derzeit sind es nur etwa 750. Ausbauen wollen die drei Parteien auch Studienplätze in den Bereichen soziale Arbeit, Pflege und Pädagogik an den Fachhochschulen, da hier Fachkräfte fehlen. Es werde zudem geprüft, ob die Fachhochschulen künftig auch Promotionsrechte bekommen können, sagte der Linke-Abgeordnete Tobias Schulze.

Über Investitionen in die Universitätsgebäude sei zunächst nicht gesprochen worden, sagte Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD). Das werde zu einem späteren Termin nachgeholt. Einig seien sich die drei Parteien, dass die Themenbereiche Wissenschaft und Forschung künftig wieder in einer Senatsverwaltung zusammen behandelt werden sollen. Zuletzt gehörte die Forschung zum Wirtschaftsressort. SPD, Linke und Grüne verhandeln in Berlin über die Bildung der bundesweit ersten rot-rot-grünen Koalition unter SPD-Führung. Bis zum 16. November soll der Koalitionsvertrag stehen. Dann stimmen die Parteien darüber ab.

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