
- Wilsickow
Wilsickow hat etwa 210 Einwohner und gehört zur Gemeinde Uckerland. Erstmal urkundlich erwähnt wurde es 1375.
1742 kaufte Henning Joachim von Holtzendorff, Landesdirektor der Uckermark, das Gut und betrieb dort Landwirtschaft. Das Herrenhaus wurde vermutlich Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut und 1850 saniert. 1923 modernisierte Axel von Holtzendorff das Haus und baute für seine Frau Cäcilie (geb. Lentze) eine Villa als Alterssitz.
Heute betreibt Ilsa-Marie dort das Café "Oma Lentzes Kaffeestübchen". Am Wochenende bietet sie selbstgebackene Torten nach alten Familienrezepten an.
Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gut weitgehend unbeschadet. 1945 wurden viele Gutsbesitzer der Umgebung von russischen Soldaten umgebracht, die Großeltern von Ilsa-Marie von Holtzendorff, Dietrich und Ehrengard von Holtzendorff, wurden eingesperrt.
Die Dorfbewohner sagten den Sowjets: "Der Gutsherr war immer gut zu uns, das ist kein böser Junker". So durfte die Familie vorerst im Dorf bleiben, musste allerdings mitarbeiten. Wenig später kam Dietrich von Holtzendorff trotzdem ins KZ Fünfeichen bei Neubrandenburg, konnte aber nach Wilsickow zurückkehren. Nach Drohungen der Russen floh die Familie schließlich in den Westen.
Zu DDR-Zeiten wurde das Gutshaus vielseitig genutzt. Es bot Flüchtlingen Platz, war Krankenschwesterstation und Friseursalon, Mehrfamilienhaus und Residenz des Bürgermeisters. Auch der Konsum war dort untergebracht.

