
- Die Lochows in Petkus heute
Die von Lochows fühlen sich in der alten Heimat wohl. Sie sind sich einig, dass sie nach der Wiedervereinigung alles in allem sehr herzlich und offen in Petkus aufgenommen wurden. Nur zu Beginn waren einige Dorfbewohner skeptisch. So ging Ferdinand Junior mit dem Pfarrer des Ortes von Haus zu Haus, um ihnen zu versichern, dass sie ihnen nicht die Häuser wegnehmen würden.
Der Rückkauf von Betriebsflächen, die aus dem Alteigentum stammen, konnte erst 2012 abgeschlossen werden (aufgrund von Klagen gegen die Treuhand-Nachfolgegesellschaft Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft).
Heute hat der landwirtschaftliche Betrieb eine Größe von ca. 580 ha Acker und 99 ha Forst und beschäftigt vier Mitarbeiter. Doch die finanzielle Belastung durch den Rückkauf sei, so die Lochows, bis heute spürbar. Wegen laufender Kredite ginge der Ausbau von Betrieb und Hotel nur langsam voran.
Seit 2002 betreiben Ferdinand Junior und seine Frau Alexandra das "Gutshaus Petkus". Es ist das erste Skate-Hotel der Welt (mit 18 Zimmern und 15 Mitarbeitern) und liegt direkt an der 230 km langen "Flaeming-Skate".
Zielgruppe sind vor allem Familien und Schulklassen. Im zugehörigen Restaurant "Der Roggenkönig" werden insbesondere Roggengerichte angeboten. Seit neuestem gibt es auch Roggenbier: speziell gebraut aus Petkuser Bio-Roggen in einer kleinen Brauerei.
Alexandra ist Geschäftsführerin des Hotels, Ferdinand ließ sich zum Skate-Lehrer ausbilden.
Vor fünf Jahren begann die Familie mit der Instandsetzung des denkmalgeschützten Gutsensembles aus Gutshof, -haus und -park. Das Alte Gutshaus, in dem Ferdinand Junior wohnt, ist zur Hälfte hergerichtet, im Treppenhaus sind noch immer die Spuren eines Brandes in den 1940er Jahren zu sehen. Später sollen im Gutshaus Ferienwohnungen entstehen. Im Haus wird die Lebensauffassung seines Vorfahren deutlich:
"Wir dachten erst, der Stuck an der Decke wäre zu DDR-Zeiten abgetragen worden, doch dann erfuhren wir, dass es etwas derartiges in diesem Haus nie gegeben hat".


