Hintergrund - Essgewohnheiten der Berliner
Mit den seit 1685 eingewanderten Hugenotten erweiterte sich der Speiseplan der Berliner um grünen Salat, Blumenkohl, Gurken, Spinat, Artischocken, grüne Erbsen und Bohnen, französisches Weißbrot und süße Semmeln.
1752/53 war das Lieblingsgetränk der Städter Bier aus Berlin, Preußen und Sachsen (jährlicher Pro-Kopf-Verbrauch mehr als 300 Liter). Der Konsum des importierten, sehr teuren Weins war weitaus geringer. Die Oberschicht aß Zitronen, Apfelsinen, Krebse, Muscheln und Champagner. 1753 wurden in Berlin knapp 400.000 Austern verzehrt.
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts ging der Bierkonsum zurück, dafür wurde so viel (Kartoffel-)Schnaps getrunken, dass von einer "Branntweinpest" die Rede war. Grund dafür war die Ausweitung des Kartoffelanbaus in Brandenburg. Der Branntweinkonsum in Preußen nahm zwischen 1822 und 1838 um ca. 50 Prozent zu. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Berlin-Brandenburg lag mit ca. 52 Litern um rund die Hälfte über dem Landesdurchschnitt in Preußen und war mehr als dreimal so hoch wie in der Provinz Westfalen.
Offenbar wurde auch in Petkus gern getrunken: Am 12.01.1893 verabschiedeten die Teilnehmer des Landwirtschaftlichen Vereins Petkus und Umgebung (Vorsitzender: Ferdinand von Lochow III.) eine Petition an die Regierung gegen die beabsichtigte Erhöhung der Branntweinsteuer.
Die Kartoffeln in Berlin waren von bester Qualität, die Stadt wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Kartoffelmekka. Die Kartoffel war gemeinsam mit dem Roggenbrot zum täglichen Grundnahrungsmittel der einfachen Bevölkerung geworden.

